29.02.2020 21:20 |

Dutzende Infizierte

Erster Coronavirus-Todesfall in den USA

In den USA ist erstmals eine mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Person gestorben. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington bestätigte den Todesfall am Samstag. US-Präsident Donald Trump sagte bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, es habe sich um eine Frau im US-Bundesstaat Washington gehandelt. Ihr Alter gab Trump mit Ende 50 an. Gesundheitsminister Alex Azar sagte: „Das Risiko bleibt gering. Aber das kann sich schnell ändern.“ Azar fügte hinzu: „Wir werden mehr Fälle sehen.“ Die USA raten mittlerweile von Reisen in bestimmte Regionen von Italien und Südkorea ab. Ausländer, die in jüngster Vergangenheit im Iran und in China waren, dürfen nicht mehr in die Vereinigten Staaten.

In den USA waren bis Freitag nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bei 15 Menschen Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Weitere 47 Fälle gab es bei US-Staatsbürgern, die aus Japan oder China zurück in die Vereinigten Staaten gebracht wurden.

Trump bemühte sich bisher, das Thema herunterzuspielen. Am Freitag sagte er, von den 15 in den USA erkrankten Personen gehe es vielen „sehr viel besser“. Nur eine Frau sei „sehr krank“. Er hoffe, dass sich auch ihr Zustand bessere. Unklar war zunächst, ob es sich bei dem ersten Todesopfer um diese Frau handelte. Trump hat wiederholt betont, die USA seien auf das Virus vorbereitet. Am Freitag sagte er: „Wir sind sehr gut organisiert. Wir haben große Talente, großartige Ärzte, großartige Leute.“ Am Mittwoch hatte er Vizepräsident Mike Pence damit beauftragt, den Kampf gegen das Virus zu leiten.

Trump dementiert mögliche Ausbreitung
Die Leiterin der CDC-Abteilung für Immunisierung und Atemwegserkrankungen, Nancy Messonnier, hatte am Dienstag gesagt, es sei weniger eine Frage, ob sich das Virus in den USA ausbreiten würde, sondern vielmehr, wann das geschehen werde. Trump hatte dagegen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch betont, er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Er dürfte sich durch seine Äußerungen auch darum bemühen, weitere Verluste an den bereits schwer gebeutelten Aktienmärkten zu vermeiden.

USA verschärfen Reisehinweise für Teile Italiens
Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben die USA davon abgeraten, in die betroffenen Regionen in Italien und in Südkorea zu reisen. Die Reisehinweise wurden auf die höchste Stufe vier verschärft, wie US-Vizepräsident Mike Pence am Samstag im Weißen Haus in Washington sagte. Außerdem würden neue Einschränkungen für den Iran erlassen. Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen im Iran waren, dürften nicht mehr in die USA einreisen. Pence leitet im Auftrag von Präsident Donald Trump die Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Coronavirus im Weißen Haus.

Spieleentwickler-Konferenz GDC verschoben
Auch Großveranstaltungen in den USA sind von der Krise rund um das Virus betroffen. Als nächstes großes Event der Technologie-Branche wird die Spieleentwickler-Konferenz GDC in San Francisco wegen der Coronavirus-Gefahr nicht wie geplant stattfinden. Sie werde von Mitte März auf den Sommer verlegt, teilten die Veranstalter am Wochenende mit. Einen konkreten neuen Termin nannten sie zunächst nicht.

UN-Großveranstaltungen werden überprüft
Auch alle internationalen Treffen und Konferenzen bei den Vereinten Nationen in New York sollen einzeln auf ihre Notwendigkeit überprüft werden. Dabei würden die Details des jeweiligen Treffens und die Entwicklung der Lage in Betracht gezogen, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric in der Nacht auf Samstag in New York.

Die endgültige Entscheidung liege bei den Mitgliedsstaaten, die dazu am Montag noch einmal beraten wollten, hieß es. Ein geplantes groß angelegtes Treffen der UN-Kommission zur Rechtsstellung der Frau (CSW) vom 9. bis 20. März in New York solle in kleinerer Form stattfinden, riet UN-Generalsekretär Antonio Guterres den Veranstaltern. Nur die sowieso schon in New York ansässigen Vertreter sollten teilnehmen.

Kurz-Besuch in USA wird verschoben
Österreichs Bundeskanzleramt bestätigte Samstag früh, dass der US-Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz „aufgrund der allgemeinen Coronavirus-Situation vom Weißen Haus verschoben“ wurde. Im Umfeld von Bundeskanzler Kurz hieß es, dass man darüber „nicht ganz unglücklich“ sei, da „die Tage auch in Österreich wegen des Coronavirus gerade sehr intensiv“ seien. Die USA hatten zuvor auch einen Gipfel mit den zehn Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) am 14. März in Las Vegas mit Trump als Gastgeber verschoben.

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