07.02.2020 10:25 |

SARS-CoA 2019?

Neues Coronavirus soll offiziellen Namen bekommen

Ein erstmals im Dezember in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aufgetauchtes neues Coronavirus, das eine Lungenkrankheit auslöst und seit Wochen bei Seuchenexperten weltweit für Kopfzerbrechen sorgt soll in Kürze einen offiziellen Namen erhalten. Laut Angaben der BBC steht eine Gruppe von Forschern kurz davor eine Bezeichnung zu verkünden.

Weil die Bezeichnung Coronavirus viel zu ungenau ist wurde es bis dato als neuartiges Coronavirus bezeichnet, was sich auch im von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen provisorischen Namen 2019-nCoV (2019 steht für das Jahr seiner Entdeckung, das „n“ für neu und das CoV ist eine Abkürzung für Coronavirus) niederschlägt.

Inoffizielle Namen verbreiten sich schnell
„Die Benennung eines neuen Virus dauert oft, das Hauptaugenmerk lag bisher auf der Reaktion auf die öffentliche Gesundheit, was verständlich ist“, sagt Crystal Watson, leitende Wissenschaftlerin am Johns Hopkins Center for Health Security in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Es gebe Gründe, warum die Benennung Priorität haben sollte, so die Forscherin. Denn inoffizielle Namen würden sich - etwa in den sozialen Medien - schnell verbreiten und seien dann nur schwer aus der Welt zu schaffen.

„Der Name, den es jetzt hat (2019-nCoV, Anm.), ist nicht einfach zu verwenden und die Medien und die Öffentlichkeit benutzen andere Namen für das Virus“, so Watson. Gibt es keine offizielle Bezeichnung, dann bestehe die Gefahr, dass man beginne, Begriffe wie etwa China-Virus zu verwenden, was zur Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen führen könne, warnt die Expertin. 

Neue Richtlinien für die Namensgebung
Für die Namensfindung zuständig ist das International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV), ein Gremium von derzeit etwa 500 Virologen. Weil sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass Krankheitsbezeichnungen zu Anfeindungen bestimmter Ethnien und auch zu unnötigen Handels- oder Reisebeschränkungen geführt haben, gibt es dort neue Richtlinien. Laut BBC haben sich die Wissenschaftler bereits auf einen Namen festgelegt, denn sie schon bald verkünden wollen.

Virus ist eine neue Form des SARS-Erregers
Bereits eine erste Analyse des Erbguts des Erregers durch den Berliner Virusforscher Christian Drosten hat gezeigt, dass es sich bei 2019-nCoV um eine Variante des SARS-Virus handelt, das 2002/2003 eine Pandemie mit 8000 Infizierten, von denen knapp 800 starben, zur Folge hatte.

Die Ähnlichkeit des neuen Virus mit dem SARS-Auslöser wird sich laut Angaben eines führenden Coronavirus-Experten in der Namensgebung niederschlagen. Es sei nämlich nur eine neue Form des SARS-Virus und damit dies deutlich werde, werde der Erreger auch dementsprechend heißen, zitiert der „Tagesspiegel“ den Forscher. 2019-nCoV soll daher den offiziellen Namen SARS-CoA 2019 erhalten, heißt es.

Erreger sind Teil einer großen Familie
Coronaviren sind Teil einer großen Virus-Familie (siehe Video oben). Ihre Vertreter verursachen bei verschiedenen Säugetieren (darunter Fledermäusen, Schleichkatzen und Dromedaren), Vögeln oder Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen. Beim Menschen können sie sowohl eine normale Erkältung als auch gefährliche Erkrankungen wie die Lungenseuche SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder MERS (Middle East Respiratory Syndrome), das gelegentlich im Nahen Osten auftritt, auslösen.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Virus ist in Festlandchina deutlich höher als während der SARS-Epidemie. Nach neuen Zahlen der Regierung in Peking vom Freitag starben inzwischen 636 Menschen an den Folgen der Infektion. Zum ersten Mal ist ein Italiener am Coronavirus erkrankt. Der Mann, der mit einer Gruppe aus 56 italienischen Studenten und Unternehmern aus der chinesischen Krisenstadt Wuhan zurückgekehrt war, wurde in Rom positiv auf den Coronavirus getestet, wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag berichteten.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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