22.01.2020 14:40 |

Krimi-Groteske

Da ist der Wurm drinnen: „Alles wird gut“

Ein Priester widmet sein Leben der Resozialisierung von Kriminellen. Das war die Grundidee der Groteske „Adams Äpfel“, mit der es der Däne Anders Thomas Jensen 2015 bis zur Drehbuchnominierung für den Europäischen Filmpreis schaffte. In einem Remake spielt Regisseur Giorgio Pasotti nun selbst die Mads-Mikkelsen-Rolle des Priesters. „Alles wird gut“ heißt der Film, der am Donnerstag ins Kino kommt.

Der Titel ist leider nicht Programm. Nichts an den Neuzutaten hat den Film besser gemacht. Nicht seine Verlegung ins malerische Südtirol. Nicht seine österreichischen Beiträge durch Robert Palfrader als dauerbesoffenen Ex-Skifahrer und Gerti Drassl als Unschuld vom Lande. Und nicht die Änderung der Rezeptur.

Statt einen Apfelkuchen aus den Früchten des kirchlichen Apfelbaums zu backen, wählt sich der Neuzugang in Vater Ivans Besserungsanstalt, ein gewalttätiger Neofaschist mit Kontakten zur sizilianischen Mafia (Claudio Amendola), diesmal nämlich einen Apfelstrudel als Resozialisierungsziel. Nicht nur für Ivans Äpfel gilt aber: Da ist der Wurm drinnen.

„Alles wird gut“ ist eine Feierstunde der political incorrectness. Man weiß als Zuschauer bloß nie so recht, zu welchem Ziel. Handelt es sich um ein lustvolles Durchbrechen von Geschmacksgrenzen oder einfach nur um einen tiefen Schmäh, wenn mit Rassismus und Islamophobie gearbeitet und Witze gegen Frauen und Behinderte gemacht werden?

Giorgio Pasottis Film ist weniger „eine schwarze Komödie mit paradoxen Charakteren“ als die Wiederbelebung eines Genres, das man seit der Zivilisierung von diversen dem Brutalo-Humor huldigenden Bauernbühnen und Pradler Ritterspielen ausgestorben wähnte.

Kinostart von „Alles wird gut“: 23. Jänner.

APA/red

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