Blaues Wunder erlebt

Mexiko besiegt lustlos agierende Franzosen 2:0

Vize-Weltmeister Frankreich hat am Donnerstag bei der WM ein blaues Wunder erlebt: Die "Bleus" verloren das zweite Gruppenspiel gegen Mexiko mit 0:2 und müssen nun um ihren Weiterverbleib im Turnier zittern. Javier Hernandez schoss für die Mittelamerikaner in der 63. Minute das Führungstor, Mexikos Oldie Blanco sorgte per Elfer für den Endstand. Die Fans der Mittelamerikaner feierten danach ausgelassen (siehe Video).

Beide Teams fackelten im Peter-Mokaba-Stadion nicht lange und zeigten zumindest in den ersten zwanzig Minuten großen Einsatz. Frankreichs Raymond Domenech hatte nach der Nullnummer zum Auftakt gegen Uruguay reagiert: Anstelle von Yoann Gourcuff brachte der höchst umstrittene Teamchef Florent Malouda von Beginn an, Franck Ribery rückte ins Zentrum. Auf Routinier Thierry Henry legte Domenech hingegen keinen Wert.

Österreichs ehemaliger Qualifikations-Gegner erwies sich zwar als Elf mit der technisch feineren Klinge, Mexiko machte es der dem Vernehmen nach intern zerstrittenen "Equipe Tricolore" aber alles andere als leicht. Die von den mitgereisten Fans frenetisch angefeuerten Mittelamerikaner zeigten bei schnellen Gegenstößen ihre Qualitäten. Chancen blieben hüben wie drüben aber Mangelware.

Frankreich mit viel Stückwerk in der Offensive
Der Führung näher waren bei Möglichkeiten des später wegen einer Oberschenkelblessur ausgetauschten Carlos Vela (8.) und Carlos Salcido (27.) die von Javier Aguirre betreuten Mexikaner. Frankreich bot in der Offensive zu viel Stückwerk und lediglich Einzelaktionen von Ribery, Malouda oder Nicolas Anelka. Eingespielt wirkte der Weltmeister von 1998 bei weitem nicht. Nach einer halben Stunde verflachte die Partie zunehmend.

Mit Andre-Pierre Gignac anstelle von Anelka entwickelte Frankreich auch nach Seitenwechsel nur dezent mehr Gefährlichkeit. Malouda (54.) und Ribery (55.) sorgten zumindest für die ersten gefährlichen Torschüsse der Domenech-Elf. Ein weiter Pass von Mexikos Kapitän Rafael Marquez auf den neun Minuten zuvor eingetauschten Javier Hernandez leitete aber Frankreichs Pleite ein: Der künftige Stürmer von Manchester United überlistete die Abseitsfalle, lief allein auf Frankreichs Schlussmann Hugo Lloris zu und netzte in der 64. Minute trocken ein.

Blanco vollstreckt Elfmeter zum 2:0
Die bereits nach dem ersten Auftritt in Südafrika viel gescholtenen Franzosen zeigten auch nach dem Rückstand kein Aufbäumen. Ein Foul im Strafraum von Eric Abidal an Pablo Barrera brachte schließlich die Entscheidung. Altstar Blanco ließ sich in der 79. Minute die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen.

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