07.12.2019 06:01 |

krone.at-Test

Huawei Watch GT 2: etwas smarter und musikalisch

Mit der Watch GT 2 hat Huawei unlängst die zweite Generation seiner sportlichen Smartwatch auf den Markt gebracht. Die zeigt sich gegenüber dem Vorgängermodell nicht nur kommunikativer, sondern auch musikalischer. Was sie sonst noch kann, verrät der Test.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue kaum von der alten Watch GT. Erhältlich ist die zweite Generation der Smartwatch aus China wie gehabt in zwei verschiedenen Größen (46 und 42 mm) und drei Editionen (Sport und Classic bzw. Classic und Elegant).

Nur wer genau hinschaut, erkennt Unterschiede im Design bei den beiden rechtsseitig angebrachten Druckknöpfen. Erst ein Blick in die offiziellen Spezifikationen offenbart, dass die Watch GT 2 bei unveränderter Displaygröße von 1,39 bzw. 1,2 Zoll bei der Elegant-Variante jeweils gut einen Millimeter an Umfang eingebüßt hat, sprich: etwas schlanker und damit letztlich auch leichter ist.

Telefonieren via Bluetooth
Gravierender sind die Änderungen unter der Haube. Dies betrifft vor allem die getestete Version mit 46 Millimeter Durchmesser, unterstützt sie doch neuerdings Bluetooth-Anrufe. Wer möchte, kann demnach wie einst David Hasselhoff alias Michael Knight in die Uhr an seinem Handgelenk sprechen. Der Show-Effekt ist garantiert.

Im Alltag deutlich praktischer wäre es allerdings, eingehende Anrufe und Benachrichtigungen mittels vorgefertigter Nachrichten wie „Ich rufe gleich zurück“ zu beantworten. Leider bietet auch die zweite Generation der Huawei Watch GT diese Funktion nicht, sodass der Griff zum Smartphone obligatorisch bleibt.

Musikwiedergabe
Was die Watch GT 2 im Gegensatz zu ihrem Vorgänger in Verbindung mit einem Android-Gerät jedoch kann, ist Musik abspielen. Zwei Gigabyte interner Speicher stehen für MP3- und AAC-Dateien zur Verfügung, was laut Huawei für bis zu 500 Songs reicht. Da die Watch keine Apps von Drittanbietern unterstützt, ist ein Playlisten-Import von Spotify und Co. allerdings nicht möglich. Die Dateien wandern stattdessen etwa umständlich über die Huawei-Health-App auf die Uhr.

Die Songs können dann - weniger empfehlenswert - über den integrierten Lautsprecher der Uhr oder - wesentlich sinnvoller - drahtlos auf entsprechenden Bluetooth-Kopfhörern wiedergegeben werden und machen das Smartphone damit beim Training obsolet.

Praktisch: Über Lautsprecher bzw. Kopfhörer kann man sich dann etwa während des Joggens auch akustisch über zurückgelegte Distanzen, Intervalle oder die aktuelle Pace informieren und letztlich so vielleicht auch motivieren lassen.

Schlaf- und Stress-Überwachung
Im Sport- und Gesundheitsbereich liegen denn auch nach wie vor die Stärken der Huawei Watch GT. 15 Sportarten werden von der Smartwatch unterstützt, davon acht mit GPS-Tracking. Ausgewertet werden zudem wie gewohnt Schrittanzahl, Schlaf, Herzfrequenz und - basierend auf dieser - neuerdings auf Android-Geräten auch der persönliche Stresslevel.

Wie exakt das Ganze tatsächlich ist, lässt sich für den Laien freilich nur schwer nachvollziehen. Obwohl gefühlt recht entspannt, gelang es während des zweiwöchigen Tests jedenfalls nicht, in den „grünen“ Bereich zu gelangen. Da half auch das Atemtraining nicht, bei dem grafisch auf dem Display angezeigt wird, wann man ein- und auszuatmen hat, um wieder „runterzukommen“.

Dennoch: Die Aufarbeitung der gesammelten Daten in der Huawei Health App ist vorbildlich, weil nicht nur übersichtlich, sondern auch nachvollziehbar - verrät Huawei doch, wie die einzelnen Werte berechnet werden und was sich dahinter verbirgt.

Lange Laufzeit
Vorbildlich - geblieben - ist übrigens auch die Ausdauer des Akkus. Huawei verspricht für die zweite Generation seiner Smartwatch bei „typischem Gebrauch“ eine Laufzeit von 14 Tagen (46-mm-Version) bzw. sieben Tagen (42-mm-Version) - ein Wert, der sich mit den Erfahrungen im Test deckt: Nach exakt zwei Wochen Rund-um-die-Uhr-Betrieb inklusive Schrittzählung, Pulsmessung sowie Schlafüberwachung stand die Akkuanzeige bei drei Prozent.

Noch erwähnenswert: Mit der Watch GT 2 haben Nutzer jetzt die Möglichkeit, der unteren der beiden seitlichen Tasten eine bevorzugte Funktion zuzuweisen. Und: Über das Menü der Uhr lässt sich neuerdings die Stärke der Vibration bei etwa eingehenden Benachrichtigungen bestimmen. Ansonsten sind Ausstattung sowie Funktionsumfang der Watch GT und der Watch GT 2 ident.

Fazit: Auch wenn sie durch die Möglichkeit, Anrufe via Bluetooth entgegen zu nehmen, nun etwas kommunikativer geworden ist, liegen die Stärken der Huawei Watch GT nach wie vor vor allem im Sport- und Fitness-Tracking. Hier punktet die derzeit günstigstensfalls ab 219 Euro erhältliche, solide verarbeitete Smartwatch nebst großem Display mit ebenso großem Funktionsumfang, langer Laufzeit und vorbildlicher Aufbereitung der gesammelten Daten. Dass sie neuerdings noch dazu Musik abspielen kann, dürfte ein weiterer Pluspunkt für all jene sein, die das Smartphone beim Sporteln auch mal gerne zu Hause lassen. Wer die Watch jedoch mit Apps von Drittanbietern wie etwa Strava verbinden möchte, hat leider das Nachsehen. Eine entsprechende Öffnung gegenüber fremden Apps wäre wünschenswert.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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