07.11.2019 07:00 |

Lokalaugenschein

Causa Gletscher: „Es wird kein Gipfel gesprengt!“

Nach „Falschmeldungen“ in den internationalen Medien baten die Projektwerber der Gletscherehe Ötztal-Pitztal zum Lokalaugenschein.

Als Gipfel der medialen Kampagne gegen den Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal sehen die Touristiker die Meldung in internationalen Medien, dass für die Projektrealisierung ein Berggipfel gesprengt werden müsse. „Die Sprengung des Linken Fernerkogels ist eine bewusste Falschmeldung und wird von den Projektbewerbern kategorisch zurückgewiesen“, heißt es im schriftlichen Dementi, womit auch gleich die Medienvertreter eingeladen wurden, sich die Sache am Tiefenbachferner vor Ort von der imposanten Aussichtsplattform aus anzusehen.

Sollte die 2016 eingereichte „Gletscherehe“ realisiert werden, würden drei neue Seilbahnen errichtet, neue Pisten auf einer 64,4 Hektar großen Fläche entstünden. „Das ist der Linke Fernerkogel“, zeigt Walter Siegele von den Bergbahnen auf einen Dreitausender, „darunter seht ihr grün gekennzeichnet einen Grat mit einer Spitze. Diese sollte begradigt werden, weil hier die Zwischenstation für die Seilbahn Fernerkogel II und III geplant ist.“ Dafür sei eine Felsabtragung von rund 36 Metern notwendig. Geschätzt werde ein Gesteinsabtrag von 120.000 Kubikmetern und nicht 750.000 Kubikmetern, wie fälschlich kolportiert worden sei.

11.200 Seiten Unterlagen
„Es wird auch keine Gletscherfläche abgetragen“, ergänzt Bergbahnen-Chef Jakob Falkner. „Die Logik schreit nach dieser Verbindung, sie ist auch politisch gewollt.“ Auch die Pitztaler Delegation nickte heftig, weil „wir mit der Bettenauslastung und einer Infrastrukturschwäche zu kämpfen haben“, wie es TVB-Geschäftsführer Gerhard Gstettner ausdrückte. Die 11.200 Seiten umfassenden Projektunterlagen werden einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen, 45 Sachverständige prüfen derzeit. Dann werde entschieden.

„Riesenchance für beide Täler“
Jakob Falkner, Chef der Bergbahnen Sölden, ist überzeugt, dass der Zusammenschluss der Skigebiete eine „Riesenchance für beide Täler“ darstellt, wie er im Gespräch mit der „Krone“ erklärte.

„Krone“: Der Gegenwind dem Projekt gegenüber hält an. Nervt Sie das?
Jakob Falkner: Wie wir jüngst gesehen haben, wird vieles aufgebauscht und es herrscht Unwissenheit. Jeder redet von eventuellen Problemen. In Wirklichkeit ist es eine Riesenchance vor allem für künftige Generationen. Nerven? Wir haben einen langen Atem!

Was sagen Sie denjenigen, die meinen, dass es endlich genug sein muss?
Nix tun zu müssen ist ein fataler Irrglaube. Jedes Unternehmen muss sich weiterentwickeln, auch wir. Wir kennen die Wünsche unserer Kunden, die heißen Größe, Schneesicherheit und Modernität.

Die Verkehrsbelastung wird weiter steigen?
In das Ötztal werden in der Hochsaison nicht zusätzliche Gäste kommen, in das Pitztal vielleicht. Die Experten rechnen mit zwei bis drei Prozent mehr Verkehrsaufkommen, das werden wir nicht bewusst spüren.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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