20.10.2019 12:19 |

Japan-Visite

Van der Bellen zu Besuch im „Mekka der Samurais“

Wenn Naruhito am kommenden Dienstag in einer feierlichen Zeremonie in Tokio den Chrysanthementhron des japanischen Kaisers besteigt, ist er der letzte Vertreter seiner Spezies. Als einziges Land der Welt nämlich unterhält Japan noch ein Kaiserhaus. Die Ehre erweisen dem 126. Tenno auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Gattin Doris Schmidauer. Das Programm der gemeinsamen Reise wird von Geschichte, Religion und Kultur sowie ein bisschen Sightseeing bestimmt - etwa in der Stadt Kamakura, die einst als „Mekka der Samurais“ galt.

Am Dienstag wird Van der Bellen mit Ehefrau Doris Schmidauer an den Feierlichkeiten zur Thronbesteigung von Naruhito und dessen Ehefrau Masako teilnehmen. Der als „modern“ geltende Naruhito hat in Oxford studiert und will den volksnahen Stil seines Vaters Akihito - der 30 Jahre lang regiert und im April abgedankt hat - fortführen.

Ein sanftes Lächeln auf den Lippen, freundlicher Blick, die Statur untersetzt, die Haltung stets würdevoll und selbstbeherrscht - so kennen und schätzen ihn Naruhitos Untertanen. Sein Amt trat der als freundlich und gebildete beschriebene 59-Jährige zwar schon im Mai 2019 an, die Feierlichkeiten finden jedoch erst am Dienstag - eine Woche nach dem außergewöhnlich heftigen Wirbelsturm „Hagibis“ - statt, im Beisein zahlreicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs - darunter auch Bundespräsident Van der Bellen.

Teezeremonien und Samuraischwerter
Im Rahmen eines ausgiebigen Programms besuchte Van der Bellen auch die rund 50 Kilometer südöstlich von Tokio gelegene Stadt Kamakura. Diese galt einst nicht nur als „Mekka der Samurais“, wie der Bundespräsident bei einer Teezeremonie beim Tsurugaoka-Hachiman-Schrein erfuhr, sie war von 1185 bis 1333 auch der Regierungssitz Japans. Die Stadt ist berühmt für zahlreiche gut erhaltene buddhistische Tempel und Shinto-Schreine aus jener Epoche.

Am Sonntag ging es für den Bundespräsidenten und seine Entourage nach Yokohama. Dort begab man sich auf Rundgänge durch das historischen Hafenviertel und Chinatown (siehe auch Video oben). Wie ein gewöhnlicher Tourist schoss auch Van der Bellen einige Erinnerungsfotos fürs Familienalbum.

Auch eröffneten Van der Bellen und Schmidauer eine Habsburger-Ausstellung im Museum of Modern Art, besuchten die Rappongi Hills in Tokio und das Yokohama Oktoberfest. Am Montag eröffnet Van der Bellen ein bilaterales Wirtschaftsform in Tokio.

Beginn einer neuen Ära
Am Dienstag folgt der eigentliche Höhepunkt und Anlass der Reise: die feierliche Thronbesteigung von Japans neuem Kaiser Naruhito. Dieser wird den Beginn der „Reiwa“-Ära einläuten. Der Name steht für „Ordnung“, „Frieden“ oder „Harmonie“. Für eine neue Ära einen Namen auszuwählen, ist in Japan eine jahrhundertealte Tradition.

Video: Im Mai trat Naruhito sein Amt an

Naruhito gilt als Kenner Österreichs
Japans Kaiser gilt als Symbol „der Einheit von Volk und Staat“, wie es ein Diplomat ausdrückte. Naruhito ist überdies auch als Kenner Österreichs bekannt. In Vorarlberg und Tirol war er schon zum Skifahren. Er hat aber auch die Bundeshauptstadt besucht und ist ein großer Fan der Wiener Sängerknaben.

In Japan selbst gilt der Tenno als „moralische Instanz“, seine politische Macht ist aber praktisch null. „Er muss sich auch alle Auslandsreisen von der Regierung bewilligen lassen“, wussten Österreichs Botschafter Hubert Heiss und Van der Bellen zu erzählen.

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