14.10.2019 05:02 |

Harnwegsinfekt

S.O.S. von der Blase

Unangenehmen Blasenentzündungen sollte man möglichst schnell entgegenwirken. Dabei muss man jedoch nicht immer gleich zu Antibiotika greifen, wie aktuelle Studien zeigen.

Wenn die Tage - und vor allem die Abende - nun immer kühler werden, liegen Blasenentzündungen leider im „Trend“. Jede zweite Frau war bereits einmal im Leben von diesen lästigen Beschwerden betroffen, manche leiden sogar immer wieder darunter.

Großer Drang trotz leerer Harnblase
Die Misere kündigt sich mit Ziehen und Brennen beim Wasserlassen an. Außerdem hat man das Gefühl, ständig „zu müssen“, obwohl die Blase eigentlich schon leer ist. Schmerzen treten mitunter ebenso auf. In vielen Fällen beginnen die Beschwerden, wenn gerade keine ärztliche Unterstützung zur Hand ist. Hier heißt es dann, rasch selbst aktiv zu werden: Urologen sind sich nämlich einig, dass Frauen nicht immer gleich zu Antibiotika greifen müssen. Unkomplizierte Harnwegsinfekte kann man oft durchaus mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten, viel Flüssigkeitsaufnahme und Pflanzenkraft in den Griff bekommen.

Viel trinken, um die Keime auszuspülen
Wichtig ist es, schon beim ersten Ziehen im Unterleib viel zu trinken, um die Keime auszuspülen. Bewährt haben sich bei leichtem Verlauf und auch zur Vorbeugung etwa Cranberry-Säfte oder spezielle Blasentees. Hilfreich sind mitunter auch entwässernde Brennnessel-, harntreibende Goldrutenkraut- oder antibakterielle Bärentraubenblättertees. Aktuelle Studien aus Deutschland zeigten weiters, dass Senföle aus Kren und Kresse unterstützend gegen die Bakterien wirken. Mannose, ein bakterienbindender Zucker, wird ebenfalls oft eingesetzt, um die Erreger zurückzudrängen. Lassen Sie sich am besten von Mediziner oder Apotheker beraten!

Bei heftigen Beschwerden zum Arzt!
Bessern sich die Symptome nicht rasch und verschlechtert sich der körperliche Zustand, sind die Schmerzen (auch Richtung Nierengegend!) sehr heftig oder zeigt sich Blut im Urin, muss natürlich sofort der Arzt aufgesucht werden. Das gilt ebenfalls, wenn Fieber auftritt. Dann könnte doch ein antibiotisches Mittel vonnöten sein. Ebenso ist medizinischer Rat gefordert, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten. Eine grundsätzliche Abklärung der Ursachen empfiehlt sich ebenfalls, wenn die Infektionen mit lästiger Regelmäßigkeit auftreten.

Männer erkranken übrigens seltener an diesen Infekten, da ihre Harnröhre erheblich länger ist als die weibliche. Aufsteigende Bakterien dürften beim Wasserlassen ausgewaschen werden, ehe sie die Blase erreichen. Zusätzlich siedeln weniger Bakterien den männlichen Harnröhrenausgang als am weiblichen. Die Prostata sondert weiters ein antimikrobielles Sekret ab. Betroffen sind oft Buben, die eine angeborene Fehlbildung des Harntraktes aufweisen. Bei Älteren führt meist eine vergrößerte Prostata dazu, dass Restharn in der Blase verbleibt - ein idealer Nährboden für Bakterien.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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