22.09.2019 09:47 |

Großkampftag in Paris

Gewalt bei „Gelbwesten“ und Klimaschützern

Paris als Demo-Hauptstadt in Europa: Gleich drei Kundgebungen fanden am Samstag statt, die auch von Ausschreitungen und Gewalt überschattet waren. Gewaltbereite Mitglieder des Schwarzen Blocks mischten sich nach Behördenangaben unter die Teilnehmer der Klimabewegung, der „Gelbwesten“ und Teilnehmer einer Demonstration gegen die Pensionsreform der Regierung, zündeten Mistkübel und Autos an und schlugen Fensterscheiben ein. Die Polizei setzte Tränengas ein, es gab mehr als 160 Festnahmen.

Den größten Zulauf hatte die Klimakundgebung „Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit“. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern, die Behörden lediglich von 16.000. Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den „Gelbwesten“ auf die Straße und schlossen sich dann der Klimakundgebung an. Der Schwarze Block habe sich dann auf dem Boulevard Saint-Michel im Quartier Latin sehr schnell in die Klima-Demo eingereiht, teilten die Behörden mit.

Nachdem etwa 150 militante, teilweise maskierte Demonstranten Beamte beworfen, zwei Bankfilialen attackiert und Mülleimer sowie E-Scooter angezündet hatten, schritten die Sicherheitskräfte mit Tränengas und Gummigeschossen ein. Bis zum Abend wurden nach Polizeiangaben mehr als 160 Menschen festgenommen. Innenminister Christophe Castaner dankte den Sicherheitskräften. „Es wurden gewalttätige Menschen festgenommen und Ausschreitungen beendet“, schrieb der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Greenpeace wirft Polizei Gewalt gegen friedliche Demonstranten vor
Zwei der Veranstalter, Greenpeace und Youth for Climate, riefen die Demonstranten angesichts der Ausschreitungen auf, nach Hause zu gehen. Greenpeace warf der Polizei vor, auch gegen friedliche Demonstranten, darunter Familien, Tränengas eingesetzt zu haben. Am Weltklimastreik am Freitag hatten sich nur knapp 10.000 Menschen in Paris beteiligt.

Für den Prachtboulevard war ein Demonstrationsverbot verhängt worden, da die Behörden Ausschreitungen befürchteten. Auch Touristen und Pariser, die Sehenswürdigkeiten besichtigen wollten, wurden von der Polizei zurückgedrängt. Einige Gebäude blieben am Tag des Denkmals geschlossen, unter anderem der Arc de Triomphe, der im Dezember von Demonstranten schwer beschädigt worden war.

Ähnliche Krawalle wie am 1. Mai befürchtet
Nach Polizeiangaben waren rund 7500 Sicherheitskräfte im Einsatz - so viele wie zuletzt am 1. Mai, als es in Paris schwere Krawalle gab. Auch Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen bereit. Polizisten in Uniform und in Zivil kontrollierten zahlreiche Menschen.

Zu Klimaprotesten war auch in anderen französischen Städten wie Straßburg, Lyon und Bordeaux aufgerufen. In Lyon versammelten sich laut Präfektur rund 5000 Menschen. Umweltschützer gehen derzeit weltweit auf die Straße. Anlass ist der bevorstehende UN-Klimagipfel am Montag in New York.

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