„Er könnte noch leben“

Tod in der Zelle: Verlobte (60) klagt die Republik

„I werd hier krepieren“ - Hans hat das zu seiner Verlobten gesagt. Und er sollte recht behalten - der verurteilte Betrüger starb in seiner Zelle in der Außenstelle der Justizanstalt Stein (Niederösterreich). Die Frau klagt jetzt die Republik. Sie ist sicher: „Er war krank, haftunfähig. Gutachten wurden ignoriert.“

Agoraphobie, Atemnot, Diabetes, Panikattacken - die Liste der Krankheiten ihres „Hansi“ war lang. Er sei gezeichnet gewesen vom Leben, erfuhr Gewalt im Elternhaus bereits in der Kindheit „Vier Herzinfarkte hatte er“, erzählt seine Verlobte (60) im „Krone“-Gespräch unter Tränen.

Obduktion ergab Herztod
Das war noch vor seiner Zeit im Gefängnis. Der Familienvater wurde jedenfalls wegen Betrug verurteilt, zwei Jahre saß er bereits im Hochsicherheitstrakt in Stein ab, die restlichen 25 Monate sollte er - aufgrund seiner Krankheiten - in der eher idyllischen Außenstelle Oberfucha verbringen. Vergangene Woche verstarb er aber dort. Herztod, ergab die Obduktion.

„Er könnte noch leben“
Seine Verlobte (60) erhebt jetzt schwere Vorwürfe, nachdem ein Privatgutachten schon im Frühjahr „Haftunfähigkeit“ attestiert hatte - was aber von zwei Gerichten abgewiesen wurde. Hans (64) hatte Panik, Herzrasen, Todesängste in engen Räumen, steht im Ärzteschreiben. Seine Anstaltsärztin habe die Situation auch erkannt. „Den Facharzttermin hat sie dennoch von Woche zu Woche rausgeschoben“, so die 60-Jährige. „Er könnte noch leben.“ Daher klagt sie die Republik auf 25.000 Euro Schadenersatz.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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