Miba-Werksleiterin

„Weibliche Vorbilder nehmen die Scheu“

Oberösterreich
24.07.2019 14:30

An der TU in Wien hat sie Technische Chemie und Verfahrenstechnik studiert. Nun ist die 43-Jährige Chefin der Gleitlager Austria der Miba in Laakirchen - in der Welt der Technik ist Andrea Domberger zu Hause.

„Krone“: Frau Domberger, noch immer sind Frauen in der Technik Mangelware: Was braucht’s, damit sich das ändert?
Andrea Domberger: Früher war Technik mit körperlich schwerer Arbeit verbunden, heute ist das anders. Automatisierung und Digitalisierung verändern die technische Arbeit. Aber es braucht auch Mut, sich unbekanntes Gebiet anzueignen. Weibliche Vorbilder nehmen da die Scheu.

“Krone“: Wie ist das bei dem Unternehmen, das Sie leiten? Wie viele Frauen gibt es hier?
Domberger: In der Miba Gleitlager Austria arbeiten 118 Frauen und 549 Männer. Im technischen Bereich sind es auch bei uns noch zu wenige Frauen. Ich hoffe, sie durch mein Vorbild verstärkt dafür begeistern zu können.

“Krone“: Wer oder was hat Sie in die Technik geführt?
Domberger: Mein Vater ist der praktische Techniker, der jede Art von handwerklicher Tätigkeit liebt. Meine Mutter war eine der ersten Informatikerinnen Österreichs. Auch meine Lehrer prägten mich.

“Krone“: Sie haben Technische Chemie studiert, sind heute Geschäftsführerin. Trotzdem machten Sie zuletzt noch eine weitere Ausbildung. Warum?
Domberger: In den letzten zwei Jahren habe ich einen Executive MBA bei der International Business School Austria absolviert. Ich wollte mein Wissen zu Management auf den letzten Stand bringen.

„Krone“:Arbeiten, lernen - blieb da noch Zeit für etwas anderes?
Domberger: Es war eine sehr anstrengende Zeit, die sich gelohnt hat. Mein Mann hat in den letzten Monaten im Haushalt mehr gemacht als ich. Er war sehr verständnisvoll.

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