"Rettet die Mur"

Naturschützer starten Kampagne gegen Kraftwerke

Steiermark
21.04.2010 14:34
Die geplante Kraftwerkskette an der Mur bei Graz stößt bei mehreren Naturschutzorganisationen auf breite Ablehnung - nun starten sie eine Informationskampagne. Unter dem Motto "Rettet die Mur" soll eine "breite Front" gegen das Laufkraftwerk Graz-Puntigam entstehen, für das die Energie Steiermark im Sommer mit der Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung die Behördenverfahren starten will.

Insgesamt sind fünf Staustufen in und um Graz in Bau bzw. Planung. Die Staukette wird zu gleichen Teilen von der Energie Steiermark (Steweag-Steg GmbH) und dem Verbund getragen. Während die Energie Steiermark die Federführung bei den drei Projekten im Süden - Puntigam und die bereits in Bau befindlichen Anlagen in Kalsdorf und Gössendorf - hat, trägt der Verbund für die in Gratkorn und Stübing geplanten Werke die Verantwortung. 

Für Gratkorn wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung bereits eingereicht. In Summe wollen Energie Steiermark und Verbund 350 Millionen Euro in die Kraftwerkskette investieren, rund 4.000 Arbeitsplätze sollen damit für vier Jahre gesichert werden.

Naturschützer orten massive Bedenken
"Die Schließung der Staukette Leoben - Spielfeld würde die gesamte Flussökologie der Mur ruinieren", warnte Markus Ehrenpaar, Geschäftsführer beim Naturschutzbund Steiermark. Anders als die Energie Steiermark, die auf 82 Prozent Zustimmung in einer Befragung hinweist, orten die Naturschützer in der Bevölkerung massive Bedenken. "Viele sehen die Hochwassergefahr und die Veränderung des Grundwassers, die der Bau einer Staustufe mit sich bringt", so Anrainer-Sprecherin Sigrid Schönfelder.

Durch den Stausee, der sich bis in die Grazer Innenstadt zieht, würde einer der wichtigsten Grünräume in Graz verloren gehen. "Über den Verlust dieses Natur- und Erholungsraumes können auch die beschwichtigenden Ersatzmaßnahmen nicht hinwegtäuschen", reihte sich auch Kajak-Weltmeisterin Uschi Profanter in die Ablehnungsfront ein. Biodiversitätsforscher Steven Weiss verwies darauf, dass sich der Huchen in der Mur noch natürlich vermehre: "Diese Fischart darf nicht leichtfertig ausgerottet werden."

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