15.07.2019 06:03 |

Sport hält vital

Jungbrunnen für das Immunsystem

Körperliche Aktivität hat wesentlichen Einfluss auf die Zellen der Abwehr und deren Funktion. Nützen Sie diese Effekte zur Vorbeugung vieler Krankheiten von Herzleiden über Diabetes bis hin zu Krebs!

Als „Soldaten“ gegen Krankheitserreger stehen das angeborene und das erworbene Immunsystem zur Verfügung. Das angeborene ist in der Lage, ein breites Spektrum verschiedener Keime rasch anzugreifen und abzuwehren, es hat aber kein Gedächtnis. Bei einer Zweitinfektion müssen die Abwehrmechanismen neu aktiviert werden, laufen daher nicht schneller ab. Im Gegensatz dazu reagiert das erworbene Immunsystem bei einer Erstinfektion eher langsam, „merkt“ sich aber den Feind und kann bei einer neuerlichen Ansteckung sofort eingreifen. Dadurch ist auch eine sehr lang andauernde Immunität gegeben. Außerdem kann die erworbene Abwehr zwischen fremden, krankmachenden und eigenen Körperzellen unterscheiden.

Dieses System funktioniert im Rahmen der so genannten Antigen-Antikörper-Reaktion. Die dafür notwendigen Monozyten, Granulozyten (gehören zu den weißen Blutkörperchen) und Killerzellen werden im Knochenmark aus Stammzellen gebildet. Eine wichtige Rolle spielen auch Zytokine (Botenstoffe). Sie beeinflussen die Immunantworten über entzündungsfördernde bzw. -hemmende Eigenschaften. Bekannt ist, dass körperliche Aktivität zu einer Zunahme der weißen Blutkörperchen und Killerzellen führt. Diese Reaktionen dürften eng mit den Stresshormonen zusammenhängen, welche in Abhängigkeit von Intensität und Dauer des Trainings ansteigen.

Dies kann so gedeutet werden, dass der Organismus auf allfällige Verletzungen vorbereitet wird und mit einer Erhöhung der Zahl von Abwehrzellen reagiert. Nach Ende der Belastung sinken diese Vorgänge wieder ab. Beim Sport wird das Immunsystem also gleichsam mittrainiert. Einige Studien zeigen, dass sich auch die Funktion der Abwehrzellen verbessert - vor allem, wenn die körperlichen Aktivitäten regelmäßig (aber ohne ständige Überlastungen) erfolgen.

Weniger Entzündungen
Erwiesen ist, dass Sport auf die schon erwähnten Zytokine ebenfalls positive Effekte haben. Jene aus dem Fettgewebe begünstigen (chronische) Entzündungen. Zytokine aus dem Muskel (Myokine) hingegen, die beim Training freigesetzt werden, wirken entzündlichen Prozessen entgegen. Sie gelten daher als Schutzfaktor gegen viele Erkrankungen von Herz-Kreislauf-Leiden und Infarkt, Diabetes, Brust- und Dickdarmkrebs bis hin zu Demenz und bestimmten Alzheimerformen. Dies ist auch der Grund dafür, warum die Muskeln - werden sie regelmäßig beansprucht - sogar als „Hausapotheke“ bezeichnet werden können (wir berichteten darüber bereits im Gesund-Magazin).

Die genannten Effekte stellen sich dann ein, wenn der Sport, das Training richtig dosiert werden. Vor allem für Menschen in vorgerückten Jahren wichtig, weil auch ihr Immunsystem einem Alterungsprozess unterworfen ist, der sich auf diese Weise bremsen lässt. Für alle gilt: Wer ständig bis zur Erschöpfung trainiert, schadet seinem Körper, weil die Abwehr für einige Tage geschwächt wird und sich erst wieder erholen muss. Während dieser Zeit erhöht sich die Infektanfälligkeit. Regenerationspausen einhalten!

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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