19.06.2019 12:01

Hochstapler verurteilt

Wiener Luxushotels um 55.000 Euro betrogen

Mit seriösem Aussehen und Doktortitel hat sich ein 54-jähriger Deutscher in Wiener Luxushotels eingemietet, aber die Rechnungen nicht bezahlt. Die Hotels blieben auf den Kosten in der Höhe von mehr als 55.000 Euro sitzen. Am Mittwoch wurde der Mann rechtskräftig zu einer 18-monatigen, teilbedingten Haftstrafe wegen gewerbsmäßig schweren Betruges verurteilt.

Begonnen hatte das Ganze, nachdem der 54-Jährige 2013 von einem libyschen Geschäftsmann angesprochen wurde, er solle ihm helfen, Kriegsversehrte aus seiner Heimat zur medizinischen Betreuung nach Deutschland und Österreich zu bringen. Dazu sollte sich der Angeklagte auch in Wien mit Geschäftsmännern in diversen Luxushotels treffen. Dafür buchte er seit dem 24. November 2014 immer wieder hochpreisige Zimmer für sich und die Gesprächspartner in den besten Häusern der Stadt - im Hotel Park Hyatt, im Hotel Hilton Plaza, im Hotel Palais Hansen Kempinski, im Hotel Bristol, im Hotel Grand Ferdinand sowie im Hotel Steigenberger.

Nach Flucht in München festgenommen
Die Rechnungen machten jeweils mehrere Tausend Euro aus. Als Rechnungsadresse gab er ein Unternehmen an, dessen Geschäftsführer er Jahre zuvor einmal war. Nach dem Auschecken verschwand der 54-Jährige. Am Ende blieb der Betrag von 55.617,02 Euro offen, wie vonseiten der Staatsanwaltschaft zu entnehmen war. Eine Hoteldirektorin erstattete schließlich im Juli 2017 Anzeige. Der Beschuldigte wurde zwar gleich danach einvernommen, als ihm jedoch eine Frist gegeben wurde, die Rechnungen bis zum nächsten Tag zu zahlen, verschwand er. Erst im Jänner 2019 wurde er am Flughafen München festgenommen und nach Österreich ausgeliefert.

„Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat“, sagte er dem Schöffensenatsvorsitzenden Daniel Potmesil. „Ich habe die Reißleine nicht gezogen“, gab der 54-Jährige zu. Er habe zwar gut verdient, jedoch aufgrund einer schweren Erkrankung des Vaters Tausende Euro monatlich nach Deutschland schicken müssen. „Ich hätte erkennen müssen, dass mir das aus dem Ruder läuft.“

Direkt nach Prozess enthaftet
Auf die Frage des Richters, ob denn das Geschäft mit den Kriegsversehrten überhaupt zustande gekommen ist, meinte der Beschuldigte: „Nein.“ Das Projekt sei „im Bürgerkrieg versunken und das Budget war weg.“ In Deutschland hat es allerdings in dem Zusammenhang ähnliche Ermittlungen gegeben. 
Von den 18 Monaten muss der Mann nur vier Monate absitzen, was er durch die U-Haft bereits getan hat. Der Deutsche wurde noch am Mittwoch enthaftet.

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