Durch den Sieg verkürzte Rapid vor den Augen von Teamchef Dietmar Constantini den Rückstand auf Tabellenführer Salzburg, der erst am Samstag beim Schlusslicht Austria Kärnten gastiert, vorerst auf drei Zähler und sicherte Platz zwei ab. Die Rieder, die von den jüngsten 13 Liga-Partien nur eine einzige gewonnen haben, laufen dagegen Gefahr, Platz 7 zu verlieren, falls der LASK am Samstag einen Heimsieg über Wiener Neustadt feiern sollte.
Die Hausherren begannen mit gewohntem 3-3-3-1-System vor 7.200 Zuschauern fulminant, doch Hammerer, Lexa (beide 5./nach Thonhofer-Fehler), Burgstaller, Reifeltshammer (beide 8./jeweils per Kopf) und erneut Hammerer (9.) scheiterten allesamt am in Hochform agierenden Rapid-Schlussmann Hedl. Die ersatzgeschwächten Rapidler, die Pehlivan, Kavlak, Salihi (alle verletzt), Dober (erkrankt) und Heikkinen (gesperrt) vorgeben mussten, waren da viel effizienter und nützten ihre ersten beiden Chancen eiskalt: Nach einem Hofmann-Corner setzte der Montenegriner Boskovic (Bild) einen wuchtigen Kopfball unter die Latte und durfte über sein erstes Saisontor jubeln. Nur fünf Minuten später verwertete Jelavic eine Drazan-Flanke im Rutschen zum 2:0, es war der bereits 13. Saisontreffer für den Kroaten.
Ried nach Rückstand arg verunsichert
Die Rieder agierten nach diesem doppelten Schock zunächst arg verunsichert, erst die Auswechslung des erneut am rechten Oberschenkel angeschlagenen Katzer brachte sie zurück ins Spiel (44.). Ersatzmann Patocka wurde nämlich im wahrsten Sinne des Wortes von Hammerer kalt erwischt. Der erst 20-jährige Ried-Stürmer setzte sich im Laufduell mit dem 32-Jährigen klar durch und traf mit seinem dritten Saisontor zum 1:2.
Nach dem Wechsel begannen die Rieder wieder mit mehr Elan, kamen aber nicht zu so zwingenden Chancen wie am Beginn von Hälfte eins. Die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste aus Hütteldorf brachte ein umstrittener Elferpfiff vom an diesem Abend alles andere als souveränen Referee Schörgenhofer, der nach einem Zweikampf zwischen Reifeltshammer und Drazan, der im Anschluss gestolpert war, auf den Punkt zeigte. Diese Chance ließ sich Kapitän Hofmann nicht entgehen und erzielte sein bereits 15. Saisontor, nach dem Rapid die drei Punkte sicher ins Trockene brachte und nun schon seit sieben Liga-Spielen in Folge ohne Niederlage ist. In Minute 84 zeichnete sich Ried-Tormann Gebauer noch mit einer Glanzparade nach einem Hofmann-Freistoß aus.
Meinungen zum Spiel
Paul Gludovatz (Ried-Trainer):
"In den ersten zehn Minuten hatten wir drei fette Chancen, doch der Qualitätsunterschied war danach unverkennbar, Rapid hat seine Chancen genützt. Die Ungleichgewichtung von Schiedsrichter Schörgenhofer hat heute aber auch etwas dazu beigetragen."
Thomas Burgstaller (Ried-Verteidiger):
"Wir hatten zu Beginn die Chancen, haben aber keine Tore gemacht. Rapid hatte dagegen eine hundertprozentige Chancenauswertung, dazu haben wir heute gegen zwölf Mann gespielt. Thonhofer hätte heute drei- bis viermal vom Platz gestellt werden müssen. Mit welcher Arroganz der Schiedsrichter aufgetreten ist, das war unglaublich."
Peter Pacult (Rapid-Trainer):
"Nach zwei, drei Minuten haben wir einen schweren Abwehrfehler gemacht und damit eine Doppelchance von Ried vorbereitet. Das hatte aber auch mit den Umstellungen zu tun. Danach hat sich die Mannschaft aber gefangen und dann 80 Minuten lang ein hervorragendes Auswärtsspiel gemacht. Ich möchte dem Schiedsrichter gratulieren, dass er sich vom Publikum nicht hat beeinflussen lassen und nach den beiden Fouls von Thonhofer keine Gelbe Karte gezeigt hat. Danach habe ich ihn ausgewechselt, denn ein drittes Mal wäre das bei diesem Publikum nicht mehr gut gegangen."
Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän):
"Wir haben am Anfang viel Glück gehabt, Mundi (Hedl, Anm.) hat überragend gehalten. Doch dann haben wir unsere Chancen genützt und verdient gewonnen. Unsere Krise geht weiter - uns wird ja eine Krise angedichtet, das war der vierte Sieg in Serie, hoffentlich geht diese Krise so weiter."
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