Di, 25. Juni 2019
13.06.2019 13:00

Nahe Armenvierteln

Luxus für Vierbeiner im größten Tierhotel der Welt

Fahrservice, Spa, handgenähte Bettbezüge, Physiotherapie - während Haustiere neuerdings im womöglich größten Tierhotel der Welt in Kapstadt von Kopf bis Pfote verwöhnt werden, mangelt es vielen Menschen unterdessen am Nötigsten. Betuchte Besitzer aber lassen sich den exklusiven 5-Sterne-Service ihres Lieblings einiges kosten. So mancher Einwohner der südafrikanischen, pittoresken Metropole hingegen zeigt sich ob der neuen Einrichtung fassungslos.

In der vom Tafelberg dominierten Hafenstadt herrscht große Armut. Von dem Geld für eine Nacht in dem Hotel „AtFrits“ könnte eine heimische Familie mehrere Tage leben. So lebte ein Fünftel aller Südafrikaner der Weltbank zufolge 2015 unter der Armutsgrenze von 1,90 Dollar. Gutsituierte Tierliebhaber aber freuen sich über das neue Rundum-Angebot für ihre vierbeinigen Freunde.

„Kann es nicht fassen“
Andere finden den Luxus verwerflich: „(Das Tierhotel) zeichnet ein unverfälschtes Bild der Ungleichheit in Südafrika“, meint etwa Armutsforscher Rocco Zizzamia von der hiesigen Universität. „Ich arbeite bis zu zwölf Stunden am Tag. Dennoch bleiben für jeden meiner Buben gerade einmal 700 Rand (etwa 43 Euro) im Monat“, äußert sich Tankwart Lindile Zweni, als er von dem Hotel für Haustiere hört. „Ich kann nicht fassen, dass andere Südafrikaner an nur einem Tag fast den gleichen Betrag für einen Hund ausgeben.“

Hotel für „Naomi Clawmpbells“ oder „Gwyneth Pawltrows“
„Ziggy“ zumindest genießt sein temporäres Heim. Goldgerahmte Hundeporträts und ein Kronleuchter zieren seine vier Wände, in die er Einzug hält, so lange seine Besitzerin Sarah H. einen Skiurlaub in Frankreich genießt. Auf den Dackel warten Spa-Besuche, Haareschneiden, Krallen- und Zahnpflege sowie Wassergymnastik. Im „Rehazentrum“ macht Tiertherapeutin Tineka Kriel Schwimmübungen - das soll die Rehabilitation nach Verletzungen oder Operationen fördern. Sein Frauchen kann bei allen Aktivitäten jederzeit zusehen - per Kameraüberwachung, die Livebilder aus allen Räumen direkt aufs Smartphone übermittelt.

Willkommen in „Jurassic Bark“
Das Hotel „AtFrits“ bietet auf 2400 Quadratmetern rund 250 Hunden und 33 Katzen Platz. Bereits vor der Eingangstür wird klar, wer hier im Mittelpunkt steht: Statt rotem Teppich empfängt ein grüner Rasen die Gäste, Regale mit Leckerli und Hundemode zieren die Lobby. An den Zimmertüren prangen anstelle von Nummern Beschriftungen wie „Catwoman“, „Great Kitten“ oder „Jurassic Bark“. Eine Übernachtung kostet zwischen 9,5 und 34 Euro, diverse Sonderleistungen kosten extra.

Mit seinem gehobenem Service liegt das Hotel jedoch im Trend. Alleine in Deutschland gibt es etwa 800 Hotels und Pensionen für Haustiere, in den USA gibt es eine Kette von Luxus-Tierhotels.

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