Di, 25. Juni 2019
13.06.2019 08:39

Marktcheck-Ergebnisse

Säfte sind kaum bio und selten fair

In Österreich werden im Durchschnitt gut 25 Liter Saft, Nektar und gespritzte Saftgetränke pro Person und Jahr konsumiert, das sind etwa zwei Gläser pro Woche. Den höchsten Anteil machen mit rund 20 Prozent die Sorten Orange und Apfel aus. Ein Check gängiger Produkte in heimischen Supermärkten fiel ernüchternd aus: Es gibt nur einige wenige Produkte in Bio-Qualität, fair produzierter Orangensaft ist die Ausnahme. Mangelhaft ist auch die Kennzeichnung: Im Schnitt steht nur bei 16 Prozent der Säfte in den getesteten Supermärkten drauf, woher die Rohstoffe kommen. Die beste Note im Test war daher auch nur ein „Befriedigend“ für die Supermärkte.

Für die warme Jahreszeit hat der Greenpeace-Marktcheck Apfelsaft und Orangensaft in den österreichischen Supermärkten unter die Lupe genommen. „In der Werbung für Fruchtgetränke gaukeln uns lachende Gesichter und Obstbäume in unberührter Natur eine heile Welt vor. Die Produkte in den Supermarktregalen werden dem meist nicht gerecht“, so Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace in Österreich.

Fair produzierten Bio-Orangensaft sucht man vergeblich
So erfährt man in der Werbung nicht, dass für den konventionellen Saft chemisch-synthetische Spritzmittel eingesetzt werden. Viel umweltschonender produziert werden Bio-Säfte, die allerdings selten im Regal zu finden sind. Bei Bio-Apfelsaft ist zumindest ein Produkt fast überall erhältlich, Bio-Orangensaft gibt es nur in sechs von neun Supermärkten. Fairtrade-Siegel findet man nur auf ganz wenigen Orangensaft-Packungen, und zwar ausschließlich auf konventionell produzierten Produkten. Fair produzierten Bio-Orangensaft sucht man vergeblich - hier müssen sich die Konsumenten zwischen bio und fair entscheiden. Tipp: Kommen die Orangen aus dem globalen Süden, sind nur Produkte, die eine Zertifizierung für beide Bereiche haben, uneingeschränkt empfehlenswert. Apfelsaft sollte bio gekauft werden und aus heimischer Produktion stammen.

Kennzeichnung mangelhaft
Woher die Orangen oder Äpfel stammen, ist selten auf den Produkten angegeben. Nur bei Bio-Produkten ist meist ersichtlich, woher das Obst kommt. Bei herkömmlich hergestelltem Saft von Äpfeln finden sich diese Infos nur auf wenigen Verpackungen, bei den Getränken aus Orangen fast nie. „Die Getränkeregale in den Supermärkten werden immer länger. Es ist erschreckend, dass die Auswahl an empfehlenswerten Produkten trotzdem so winzig ist“, so Kaller. Aus Sicht von Greenpeace braucht es weniger Produkte, mehr Fokus auf umweltverträglichere Getränke und eine transparente Kennzeichnung für Säfte.

Tetra Paks gängiges Verpackungsmaterial
Auch werden die meisten Säfte in Tetra Paks verkauft, wiederbefüllbare Mehrweg-Pfandflaschen - die nachhaltigste Verpackung - sind dagegen in den Supermärkten nur selten zu finden. Einzig unter den regionalen Säften findet sich bei einigen Supermärkten eine kleine Auswahl an Mehrweg-Glasflaschen.

Vorsicht vor hohem Zuckergehalt
Vielen Konsumenten sei überdies nach wie vor nicht bewusst, dass Saft viel Zucker enthält: So hat ein Glas Orangensaft beispielsweise fast so viel Zucker wie ein Glas Cola. Ein Glas Saft entspricht demnach durchaus dem Kaloriengehalt eines Snacks. Experten empfehlen die folgenden Getränke als beste Durstlöscher: Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und mit Wasser verdünnte Säfte.

Die Tabelle mit allen Ergebnissen finden Sie hier.

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