26.05.2019 11:30 |

Suche nach Lehrstelle

„Ich möchte als Mensch wahrgenommen werden“

Maria ist herzkrank und leidet an Neurodermitis, ihren Alltag kann das 16-jährige Mädchen aber ganz normal bestreiten. Trotzdem findet sie keine Lehrstelle. Ihre Eltern fühlen sich alleine gelassen, in einer Welt, „in der kaum jemand einen zweiten Blick wagt“, wie ihre Mutter sagt. Dabei wäre der sehr lohnenswert.

Maria* (Name von der Redaktion geändert) ist ein stilles Mädchen mit aufmerksamen Blick. Sie sitzt mit ihren Eltern am Küchentisch und schweigt größtenteils, während ihre Mutter die lange Leidensgeschichte erzählt. Das Mädchen kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt. „Die Erkrankung ist so selten, dass sie in Innsbruck nicht operiert werden konnte“, schildert ihre Mutter Renate* (Name von der Redaktion geändert). Man fand einen Experten in England, der Eingriff war erfolgreich. Maria kämpft sich schon als Baby durchs Leben.

Die Schule wird zur täglichen Geduldsprobe
Es folgt eine Kindheit, die „so normal war, wie es eben möglich ist.“ Maria geht zur Schule, lernt und versucht Freundschaften zu knüpfen. Eine Herausforderung, wie sich zeigen sollte. Denn das Kind leidet auch an Neurodermitis, einer Hautkrankheit, die sich in Form von offenen, meist geröteten und juckenden Stellen zeigt. Ihre Mitschüler machen ihr das Leben schwer. „Mobbing“, sagt ihre Mutter und Maria blickt auf den Küchentisch.

Neben zwei schweren Erkrankungen schlägt sie sich mit den Gemeinheiten der Klassenkameraden herum. „Die Schule wurde zum Spießrutenlauf“, schildert ihre Mama und Maria blickt weiter auf die Tischplatte.

Immer wieder kämpft sie gegen Keime, die durch die offenen Hautstellen eindringen. Maria erkrankt, das schwache Herz kämpft, wochenlang liegt sie im Krankenhaus. „Viele Therapien, die gegen die Neurodermitis helfen könnten, können wir nicht versuchen“, so Renate. „Das Risiko einer Erstverschlechterung ist zu groß.“

„So normal wie möglich sein“
Heute ist das Mädchen 16 Jahre alt und würde gerne arbeiten gehen – raus aus der Schule. „So normal wie möglich sein“, sagt sie. Doch die Suche nach einer Lehrstelle stellt sich als die nächste große Herausforderung heraus. „Viele Bewerbungen blieben unbeantwortet“, sagt ihr Vater. Aber was noch schlimmer ist: „Es wurde uns auch schon gesagt, man will sie nicht einstellen. Ein langer Krankenstand könne vom Unternehmen nicht getragen werden“, sagt ihre Mutter.

Das Gefühl, „alleine gelassen zu werden“
„Dabei kann doch jeder einmal krank werden“, schüttelt ihr Vater den Kopf. Je länger das Gespräch andauert, desto offener wird Maria. „Eigentlich würde ich gerne Krankenschwester werden“, erzählt sie. Die Frage nach dem Warum ist schnell beantwortet: „Ich kenne mich mit Krankheiten gut aus.“ Weil sie aber erst 16 ist, sucht sie nun nach einer Lehrstelle als Ordinationsassistentin.

„Maria ist weder körperlich noch kognitiv dermaßen eingeschränkt, dass eine Bürotätigkeit unmöglich wäre“, sagen ihre Eltern. Das Unverständnis über die scheinbar hoffnungslose Suche ist groß: „Man fühlt sich alleine gelassen.“

„Ich möchte als Mensch wahrgenommen werden“, sagt Maria. Sie strahlt Ruhe aus, wie jemand, den so schnell nichts umwerfen kann. Würde man ihr eine Chance geben, hätte man in der 16-Jährigen bestimmt eine loyale und fleißige Mitarbeiterin – davon sind nicht nur ihre Eltern überzeugt.

Die „Tiroler Krone“ hat den Kontakt zwischen Maria und der Arbeitsassistenz hergestellt. Sie wird die Suche nun unterstützen. Falls Sie Maria eine Chance geben wollen, kontaktieren Sie uns.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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