Eine Riesen-Baustelle im Herzen Innsbrucks stellt die Stadtkoalition auf eine schwere Probe: Wie berichtet, soll die Altstadt für die Dauer von drei Jahren Großbaustelle werden. Geschäfte sollen in Container aussiedeln, ein abgespecktes Projekt Vorplatzgestaltung Haus der Musik zu diesem Zweck vorgezogen werden. Doch mit dieser Idee stehen die Grünen derzeit alleine da!
Die Vorplatzgestaltung ist das einzige Element, das beim Haus der Musik noch ausständig ist. Doch die Kosten sind enorm: Ersten Schätzungen zufolge wären weitere 6 bis 8 Millionen Euro fällig. Zusätzlich zu den rund 62 Millionen Euro für das Haus der Musik.
Ausweichcontainer beim Haus der Musik
Die Pläne für die Mega-Baustelle Altstadt können nun diesem Vorhaben neue Aktualität verleihen: BM Georg Willi und StR Uschi Schwarzl schlugen ihren Koalitionären jüngst vor, eine günstigere, rund 3 Millionen Euro teure Version der Vorplatzgestaltung des Hauses der Musik bereits dieses Jahr umsetzen, damit während der Kanal- und Wasserleitungssanierung in der Altstadt ein neu gestalteter Platz für Ausweichcontainer zur Verfügung steht.
Dort sollten dann Altstadt-Geschäftslokale untergebracht werden - für die Dauer der dreijährigen Bauzeit.
Vorplatzprojekt mit grüner Begegnungszone
Über die schnelle Umsetzung dieses Projekts gingen die Meinungen in der Koalition weit auseinander: Da soll um teures Geld ein Platz hergerichtet werden, der dann durch Container gleich wieder anrostet, sagen die einen. „Hier soll nur das grüne Lieblingsprojekt einer Begegnungszone umgesetzt werden“ die anderen.
Bei diesem Konzept sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Weitere Kritikpunkte: Nicht jeder Altstadtbetrieb kann einfach in einen Container übersiedeln. Zudem sind Christkindl- oder Ostermarkt für viele einfach nicht wegzudenken aus der Innenstadt.
Pläne vorerst zurückgezogen
Schlussendlich soll Schwarzl nach einer Sitzungsunterbrechung ihre Pläne entnervt zurückgezogen und eine etwaige Gestaltung des Vorplatzes für diese Regierungsperiode vollständig abgeblasen haben. Ob sie damit BM Georg Willi einen Gefallen getan hat, wird sich weisen. Denn eine Lösung für die Altstadt-Geschäfte wird es geben müssen. Diese sind dem Vernehmen nach noch nicht offiziell von Seiten der Stadt über die Pläne informiert worden.
Oberammergau 2020 hat ebenfalls Auswirkungen
Und auch die Touristiker werden hellhörig, wenn sie Baubeginn 2020 hören: In Oberammergau in Bayern, 80 Kilometer entfernt, finden alle zehn Jahre Passionsspiele statt, es sind weltweit die bekanntesten. 2020 ist es wieder so weit, das belebt auch die Buchungslage in Innsbruck!
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