22.01.2019 11:03 |

Ohne Schuldgefühle

Warum Mütter auf ihre Bedürfnisse achten sollten

Die Mehrfachbelastung, wenig Zeit für sich und die ständige Verfügbarkeit. Mütter sollten mehr auf ihre Bedürfnisse achten - aber wie?

Schuldgefühle, davon können berufstätige Mütter ein Lied singen. Im Job der ständige Blick auf die Uhr. Die Sprösslinge müssen schließlich pünktlich vom Kindergarten und Hort abgeholt werden. Und der Einkauf erledigt sich auch nicht von alleine. Daheim angekommen, kreisen die Gedanken um die liegen gebliebene Arbeit. Ständiger Zeitdruck, mangelnde Anerkennung und berufliche Anforderungen - es ist nichts Neues, dass sich immer mehr Mütter ausgebrannt fühlen. Und es ist weder eine Schande, noch sind sie dauerhaft krank. In den meisten Fällen ist es eine schleichend entstandene Überforderung, in die sie hineinrutschen.

Vom Perfektionismus verabschieden
Der Leistungsdruck ist immens – das Gefühl, immer und überall perfekt sein zu müssen. Berufstätige Mütter sollten sich endlich vom schlechten Gewissen verabschieden. Kinder profitieren laut Studien eher vom Dauerglück als von der Dauerpräsenz der Mutter. Wichtig ist, die eigenen Belastungsgrenzen zu akzeptieren. Eltern sollten jedes noch so kleine Zeitfenster für sich nützen, um die Batterien aufzuladen. Bei Überforderung nicht zögern, auch Hilfe von Verwandten und Freunden anzunehmen. Erste und wichtige Anlaufstelle ist der Hausarzt.

Kids-Coach Nina Petz beantwortet Ihre Fragen
Mein Mann und ich sind frisch geschieden. Ein gemeinsamer Urlaub wäre noch gebucht. Auch wenn es mich nicht stört, mit meinem Ex gemeinsam wegzufahren, wie wäre das für unseren Sohn (6)? Macht er sich dann wieder Hoffnung auf eine „Wiedervereinigung“?

Ich denke, wie Ihr Sohn den Urlaub erlebt und emotional verarbeitet, kommt vor allem darauf an, wie Sie und Ihr Ex-Mann emotional damit umgehen. Es gibt durchaus Familien, die auch nach einer Trennung noch gemeinsam Zeit verbringen, gemeinsam Geburtstage feiern etc. Das alles kann klappen, jedoch braucht es nach einer Trennung Zeit, bis sich alle Beteiligten wieder seelisch „sortiert“ haben. Wie wäre denn die Schlafsituation im Urlaub? Werden Sie gemeinsam etwas unternehmen oder soll auch jeder Zeit für sich haben? Um Konflikten im Urlaub vorzubeugen, ist es ratsam, wenn Sie sich im Vorfeld über Ihre Bedürfnisse austauschen. Kinder haben feine Antennen für die Gefühle Ihrer Mitmenschen. Sie spüren, wenn Ihre Liebsten traurig sind, auch wenn diese versuchen, es nicht zu zeigen. Zudem versuchen sie häufig zwischen ihren Eltern zu vermitteln, besonders wenn es einem davon nicht gut geht. Daher könnte es durchaus der Fall sein, dass Ihr Sohn sich Hoffnungen macht.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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