Notruf aus Lawine

Verschütteter kann erst nach Stunden Hilfe rufen: Frau tot

Tirol
05.02.2010 10:57
Bei einem Lawinenabgang am 2.244 Meter hohen Sonntagsköpfl oberhalb von Hochfügen im Zillertal ist am Donnerstag eine 27-jährige Tourengeherin aus Bayern ums Leben gekommen. Nach Informationen der Bergretter konnte ihr 35-jähriger Begleiter erst Stunden nach dem Unglück aus der Lawine einen Notruf absetzen. Er gab an, dass er ein Atemloch habe, sich aber selbst nicht befreien könn, so die Polizei.

Der Lawinenabgang dürfte sich bereits am frühen Nachmittag ereignet haben. Erst in den Abendstunden konnte der 35-Jährige lebend geborgen und in ein Krankenhaus geflogen. Wie Mitarbeiter der Leitstelle Tirol schilderten, dirigierte der Überlebende per Handy den Hubschrauber zum Unglücksort. Für seine Freundin kam allerdings jede Hilfe zu spät. Sie wurde nach 21 Uhr nur mehr tot geborgen. 

Die Tour zum Sonntagsköpfl gilt unter Alpinisten als nicht besonders schwierig und "kaum lawinengefährdet". Seit Mittwoch warnen allerdings die Lawinenexperten in Tirol vor der derzeit herrschenden Gefahr und der "heiklen Situation" im Hochgebirge. 

Ein Alpinpolizist bezeichnete den Weg zum Sonntagsköpfl zwar als "viel begangene Standardskitour". Sie sei allerdings zum Teil sehr steil und unter den derzeitigen Verhältnissen "eben nicht ungefährlich".

39-Jährige von Freundin geborgen
Riesen Glück hatte hingegen am Donnerstag eine 39-jährige Skitourengeherin, die im Ötztal von einer Lawine mitgerissen worden war. Ihre 37-jährige Freundin grub die bereits bewusstlose Verschüttete mit den Händen aus. Sie blieb unverletzt und konnte später selbst ins Tal absteigen.

Die beiden Pitztalerinnen waren vom 2.591 Meter hohen Wetterkreuzkogel bei Ötz durch das Wörgetal abgefahren. Oberhalb der Oberen Issalm querten sie nach eigenen Angaben einen steilen Nordwest-Hang und lösten vermutlich selbst die Lawine aus.

Die 39-Jährige wurde etwa 30 Meter weit mitgerissen, eine Hand ragte noch aus dem Schnee. Da sie ihre gesamte Skiausrüstung im Kegel verloren hatte, musste sie dann zu Fuß ins Tal, wo die Frauen in den Abendstunden eintrafen und das Unglück bei der Polizei meldeten.

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