22.12.2018 14:59 |

Aber noch immer Chaos

„Gelbwesten“-Proteste flauen langsam ab

Am sechsten Protestwochenende der „Gelbwesten“ in Frankreich in Folge ist die Zahl der Demonstranten weiter stark zurückgegangen. In Paris gingen am Samstag laut Schätzungen der Polizei etwa 800 Demonstranten auf die Straße. Der Verkehr in der französischen Hauptstadt lief normal, nachdem es dort Ende November zu stundenlangen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Polizei gekommen war.

Kleinere Protestaktionen und Straßensperren gab es in anderen Landesteilen. In Straßburg versammelten sich laut dem Regionalsender France Bleu Alsace rund 100 Menschen bei der Europabrücke, die nach Deutschland führt. Sicherheitskräfte nahmen sieben Menschen in Gewahrsam, ein Polizist wurde verletzt.

Proteste forderten schon zehn Todesopfer
In Perpignan im Süden des Landes starb in der Nacht auf Samstag ein Autofahrer, als sein Wagen mit einem an einer Straßensperre stehenden Lastwagen kollidierte. Es war das zehnte Todesopfer am Rande der Proteste seit Beginn der Demonstrationen am 17. November.

Am zurückliegenden Wochenende hatten noch rund 66.000 Menschen im ganzen Land protestiert. Die Regierung beschloss vor wenigen Tagen ein milliardenschweres Sozialpaket, um den Konflikt zu entschärfen. Seit Mitte November protestieren die „Gelbwesten“ gegen die Reformpolitik der Regierung unter Präsident Emmanuel Macron, in Paris war es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

Hunderttausende Franzosen auf den Straßen
Zu Beginn der Proteste der „Gilets Jaunes“ Mitte November waren landesweit rund 282.000 Menschen auf die Straße gegangen. Seither nahm die Zahl der Teilnehmer stetig ab. Die Bewegung der „Gelbwesten“ richtete sich ursprünglich gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die Politik von Macron und die schwindende Kaufkraft.

Das französische Parlament billigte am Freitag milliardenschwere Zugeständnisse des Präsidenten an die „Gelbwesten“. Sie sehen unter anderem mehr Geld für Mindestlohn-Bezieher und Entlastungen für Ältere und Arbeitnehmer vor.

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