Mo, 21. Jänner 2019

Verschärfte Sex-Regeln

15.12.2018 12:44

Facebook verbietet Usern sexuelle Andeutungen

Facebook will ja wie berichtet eigentlich das Geschäft mit der Liebe aufmischen. Das hätte man sich aber irgendwie anders vorgestellt, denn wie nun bekannt wurde, hat das Netzwerk bereits im Oktober still und heimlich seine Gemeinschaftsstandards geändert. Demnach sind unter dem Punkt „sexuelle Kontaktaufnahme“ selbst „vage anzügliche Bemerkungen“ oder „sexuelle Andeutungen“ ab sofort verboten - und Sätze wie „Ich möchte heute Nacht noch Spaß haben“ somit tabu. Weil die neuen umstrittenen Regeln auch einige unklare Formulierungen enthalten, scheinen verwirrte User und versehentlich gelöschte Inhalte vorprogrammiert zu sein …

Facebook möchte Tinder und ähnlichen Anbietern Konkurrenz im Dating-Business machen. Ganz ohne eigene App mit einer in das soziale Netzwerk integrierten Dating-Funktion. Zugleich wird Facebook aber immer prüder, wie nun neue Regeln deutlich machen: Schon Mitte Oktober hat das US-Unternehmen stillschweigend seine Gemeinschaftsstandards überarbeitet und den Umgang mit bestimmten sexuellen Inhalten verschärft. Die neuen Formulierungen blieben zunächst unbemerkt, bis US-Bürgerrechtler und kurz darauf auch deutsche Netz-Experten das Thema aufgriffen und publik machten.

In den Gemeinschaftsstandards formuliert Facebook weltweit gültige Regeln, die teils deutlich über nationale Gesetzgebung hinausgehen. Facebook hat nun den Punkt „sexuelle Kontaktaufnahme“ hinzugefügt, der laut Experten teils bereits vorhandene Inhalte bündelt, teils aber eben auch neue, strengere Regeln einführt.

Als verbotene Inhalte listet Facebook auf: kommerzielle Pornografie, explizite sexuelle Sprache und sexuelle Kontaktaufnahme wie etwa das Versenden von Nacktbildern. Ein weiterer Absatz untersagt auch implizite sexuelle Kontaktaufnahme. Darunter versteht Facebook unter anderem:

  • vage anzügliche Bemerkungen wie „möchte heute Nacht noch Spaß haben“,
  • sexualisierter Slang,
  • sexuelle Andeutungen wie die Erwähnung sexueller Rollen, Sexstellungen, Fetischszenarien,
  • Inhalte (von Hand gezeichnet, digital oder echte Kunstobjekte), die explizite sexuelle Handlungen oder anzüglich positionierte Personen zeigen oder zu zeigen scheinen.

Regeln gelten für alle Facebook-Kanäle
Die Regeln gelten demnach für alle Plattformen und Kanäle auf Facebook, also nicht nur für öffentliche Beiträge, sondern auch für private Gruppen und Chats im Messenger. Das heißt zwar nicht, dass die Chats nun auf Flirts oder suggestive Aussagen hin überprüft werden. Wird aber eine Unterhaltung von einer beteiligten Person gemeldet, werden Facebooks Content-Moderatoren aktiv.

Hintergrund für die strengen Sex-Regeln dürfte nach Ansicht von Kritikern ein neues US-Gesetz zur Verhinderung von sexueller Ausbeutung, Prostitution und Menschenhandel sein. Facebook widerspricht dem allerdings, wie der Blog „Netzpolitik.org“ berichtete. Dem Netzwerk zufolge falle es den hauseigenen Moderatoren schwer, zwischen sexueller Ausbeutung und einvernehmlichen Handlungen zu unterscheiden. „Darum erscheinen einige unserer Regeln - besonders jene zu Nacktheit und sexueller Aktivität - weniger nuanciert, als uns das lieb ist“, gestand eine Facebook-Sprecherin gegenüber dem Blog.

Viele Nutzer fühlen sich bevormundet
Die Electronic Frontier Foundation (EFF), die den Sex-Regeln als Erstes auf die Schliche gekommen war, bezeichnete das Vorgehen des US-Unternehmens als ein „klassisches Zensurmodell“. Denn über Sex dürfe nun nur noch auf Facebook gesprochen werden, wenn dieser als schlecht oder gefährlich dargestellt würde …

Harald Dragan
Harald Dragan

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