29.11.2018 12:23 |

Sechs Versprechen

Geheimes Dokument mit Ninja-Eid in Japan entdeckt

Über die Tradition der japanischen Ninjas, die als sagenumwobene Kampfkünstler gelten, ist bis heute nur wenig bekannt. Nun haben Forscher in Japan einen seltenen, jahrhundertealten Ninja-Eid entdeckt, in dem ein Kämpfer gelobt, die Geheimnisse seiner außerordentlichen Spionage- und Sabotagefähigkeiten unter keinen Umständen preiszugeben.

Insgesamt umfasst das Dokument sechs Versprechen, die vor rund 300 Jahren von einem Ninja namens Insouke Kizu unterzeichnet worden sind. In dem streng geheimen Dokument dankte Kizu seinem Meister dafür, ihn in die „Ninjutsu“ oder „Ninja-Kunst“ eingeführt zu haben. Der Ninja aus den Bergen bei Kyoto gelobte in seinem Schwur, das Wissen niemals weiterzugeben und es nicht für Diebstahl zu missbrauchen.

„Diebe und Ninjas taten das Gleiche. Sie brachen in fremde Häuser ein - nur für die Ninjas hatte Moral einen viel höheren Stellenwert“, sagte der Wissenschaftler Yoshiki Takao vom staatlichen internationalen Ninja-Forschungszentrum der Mie-Universität. Aus heutiger Sicht seien Ninjas Staatsbedienstete gewesen, die Sicherheit gewährleisteten und Informationen sammelten.

Kämpfer nahmen Geheimhaltung sehr ernst
Das nun enthüllte Dokument zeigt besonders deutlich, wie ernst die sagenumwobenen Kämpfer die Geheimhaltung ihres Wissens nahmen. So erkannte Kinzu in dem Eid an, die Strafe „aller kleinen und großen Götter in mehr als 60 japanischen Provinzen“ auf sich zu ziehen, sollte er sein Versprechen brechen. Bis heute ist nur wenig über die Ninja-Traditionen bekannt, die meist nur mündlich weitergegeben wurden.

Auf besonderes Interesse der Forscher stieß außerdem ein weiteres Gelöbnis im Dokument, das die tatsächliche Nutzung der geheimen „Bansenshukai“ aus dem 17. Jahrhundert beweist. Diese gilt quasi als „Ninja-Enzyklopädie“, deren Inhalt nicht in vollem Umfang bekannt ist. Insgesamt 130 Dokumente - darunter das Eid-Dokument - hinterließ Kinzus Familie der Universität.

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