So, 16. Dezember 2018

Westjordanland

20.11.2018 08:46

Airbnb streicht Angebot in israelischen Siedlungen

Die Online-Übernachtungsbörse Airbnb nimmt Unterkünfte in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland aus ihrem Angebot. Dies betreffe rund 200 Unterkünfte, teilte das Unternehmen am Montag auf seiner Internetseite mit. Die Siedlungen befänden sich „im Zentrum des Streits zwischen Israelis und Palästinensern“, hieß es.

„Das US-amerikanische Recht erlaubt Unternehmen wie Airbnb, in diesem Gebiet Geschäfte zu machen. Gleichzeitig haben viele Mitglieder der internationalen Gemeinschaft betont, dass Unternehmen hier nicht tätig sein sollten, weil sie davon überzeugt sind, dass man keine Gewinne in Gebieten machen sollte, aus denen Menschen vertrieben worden sind. Andere meinen, dass Unternehmen den Geschäftsbetrieb nicht aus diesen Bereichen zurückziehen sollten“, erläuterte die Vermittlungsplattform.

Airbnb sei in der Vergangenheit im Westjordanland tätig gewesen, „weil wir glauben, dass das Reisen von Mensch zu Mensch von erheblichem Wert ist, und wir möchten dazu beitragen, dass Menschen an so vielen Orten wie möglich auf der ganzen Welt zusammenkommen.“ Seitdem habe man jedoch mit vielen Experten gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen, „dass wir unsere Angebote in israelischen Siedlungen in der besetzten Westbank entfernen sollten, die den Kern des Streits zwischen Israelis und Palästinensern bilden.“

Hoffen auf dauerhaften Frieden“
Man sei sich dessen bewusst, dass dies ein umstrittenes Thema sei und viele Menschen mit der Entscheidung nicht einverstanden sein werden, so Airbnb weiter. „
Wir hoffen, dass es irgendwann, eher früher als später, (…) eine Lösung für diesen historischen Konflikt und einen klaren Weg geben wird, den jeder verfolgen kann“, brachte das Unternehmen seine Hoffnung auf einen „dauerhaften Frieden“ zum Ausdruck.

Israel kritisiert „diskriminierende Entscheidung“
In Israel stieß die Entscheidung auf Unverständnis. Der dortige Tourismusminister Jariv Levin forderte Airbnb auf, die „diskriminierende Entscheidung“ rückgängig zu machen. Das Ministerium kündigte an, die Aktivitäten des Unternehmens im ganzen Land einschränken zu wollen. 
Die Palästinenserführung begrüßte die Entscheidung dagegen. Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO bezeichnete sie als „einen ersten positiven Schritt“, forderte aber von Airbnb, auch israelische Siedlungen in Ost-Jerusalem als illegal anzuerkennen.

Israel hat während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem Ost-Jerusalem und das Westjordanland erobert. Die Palästinenser fordern die Gebiete dagegen für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Rund 600.000 Israelis wohnen in mehr als 200 Siedlungen im Westjordanland sowie in Ost-Jerusalem. Der UN-Sicherheitsrat hatte 2016 einen vollständigen Siedlungsstopp von Israel gefordert. Siedlungen wurden als Verstoß gegen internationales Recht und als großes Hindernis für einen Frieden in Nahost bezeichnet.

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