11.11.2018 16:32 |

Interview

Hofer: „Euer Süden wurde lang benachteiligt“

Kärnten als Stiefkind der Südbahn, das drohende Lärm-Szenario entlang des Wörthersees, die Zukunft des Flughafens, die Lkw-Lawine auf der Autobahn zwischen Klagenfurt und Villach und eine Kilometer-Maut für Pkw. Themen, die im „Krone“-Interview mit Infrastrukturminister Norbert Hofer zur Sprache kamen.

Wann waren Sie zuletzt mit dem Zug zwischen Wien und Villach unterwegs?
Ewig her! 2019 bereise ich Österreich mit dem Zug.

In den Zügen herrscht ziemliches Chaos, wie „Krone“-Leser schildern und wie die „Krone“ berichtete. Das kann es doch nicht sein.
Die ÖBB sagen, sie haben zuletzt 12.000 Sitzplätze mehr angeboten. Tickets gelten aber zwei Tage und man weiß nicht, wann die Leute fahren. Züge dürfen nicht länger sein als der kürzeste Bahnsteig an der Strecke. Das sind die Probleme.

Was gedenken Sie dagegen zu tun? Kann man überhaupt etwas dagegen tun?
Die Reservierungsgebühr wurde schon gesenkt. Eine Erleichterung wird aber erst 2026 eintreten. Mit der Koralmbahn erhält die Südstrecke endlich den selben Stellenwert wie die Weststrecke.

Die erhoffte Koralmbahn wird eine starke Zunahme der Zugfrequenz bringen. Eine Bedrohung für die touristisch intensivst genutzte Region zwischen Baltikum und Adria...
Zuerst mit Flüsterzügen und Lärmschutzwänden. Dass man laute alte Garnituren aus dem Osten nicht hereinlässt, ist mit EU-Recht nicht vereinbar. Vielleicht finden wir eine Hintertür.

Hat man das verschlafen?
Alles kostet einen Haufen Geld und für jede Region steht nur ein gewisser Betrag zur Verfügung. Eurer Süden wurde jahrelang benachteiligt. Ich erwarte mir jetzt aber viel vom Flughafen.

Wie bitte? Nicht einmal die Kärntner als Ex-Eigentümer wissen, was Orasch vorhat.
Ich habe mit Orasch gesprochen und er hat große Pläne. Er will etwa die Messe zum Flughafen hinaus verlegen. Zusätzlich schlage ich vor, dass sich alle regionalen Airports in Österreich zusammentun und bei den Destinationen kooperieren.

Weg von den Gleisen: Die Südautobahn, speziell die Strecke entlang des Wörthersees, hat eine extreme Zunahme des Lkw-Verkehrs zu verzeichnen. Man kommt kilometerlang nicht mehr von der Überholspur.
Elefantenrennen sind ein Problem. Ein Lkw-Überholverbot kann es nur geben, wenn es Abschnitte gibt, wo die Lkw überholen dürfen. Sonst rennen mir die Frächter die Türen ein. Klar: Die linke Spur muss frei bleiben.

Die zweite Röhre des Karawankentunnels wird den Lkw-Verkehr noch steigern. Wird Kärnten zum zweiten Inntal?
Das war der Wunsch Kärntens, die Wirtschaft braucht Verbindungen.

Kärnten hat viele Pendler, die durch die von der EU geplante Kilometer-Maut belastet werden würden.
Kommt nicht in Frage.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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