05.11.2018 10:59 |

Mit Grazer Start-up

Staatsdruckerei bringt Schlüsselkarte für Bitcoins

Kryptowährungsbörsen sind ein beliebtes Ziel für Hacker. Seit 2009 wurde laut einer Studie der US-Universität Tulsa rund ein Drittel aller Handelsplattformen gehackt. Die Staatsdruckerei-Tochter Youniqx Identities AG hat gemeinsam mit der Grazer Bitcoin-Firma Coinfinity nun einen physischen Schlüsselspeicher für Blockchain-Systeme entwickelt, der dem Klau von Kryptowährungen vorbeugen soll.

Die digitale Speicherung von Kryptowährungen ist einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt. Smartphones können inklusive der Passwörter verloren gehen, Festplatten crashen oder Online-Wallets gehackt werden. Die sicherste Aufbewahrungsmethode ist laut Lukas Praml, CEO der Youniqx Identities AG, Kryptowährungen offline aufzubewahren, in der Fachsprache auch Cold-Storage-Lösung genannt.

Physische Karte als Bitcoin-Wallet
Für diese Form der Speicherung hat die Youniqx Identities AG in Kooperation mit der Firma Coinfinity, die 2014 Österreichs ersten Bitcoin-Automaten in Betrieb genommen hat, eine physische Karte mit speziellen Sicherheitsmerkmalen entwickelt. Auf der sogenannten „Card Wallet“ ist sowohl die Bitcoin-Adresse als auch der private Schlüssel aufgedruckt, der für Bitcoin-Transaktionen benötigt wird. Die Idee hinter der Sicherheitslösung ist, dass der private Schlüssel mit einem Sicherheitssiegel überdeckt ist. Sobald das Siegel aufgebracht ist, lässt sich dieses nicht mehr ohne Nachweis ablösen. „Der Kunde kann sicher sein, dass er während des Aufrubbelns der Erste ist, der den privaten Schlüssel zu Gesicht bekommt“, so Praml. Für die Generierung des privaten Schlüssels ist hingegen Coinfinity zuständig.

Produktionsanlagen sind nicht online
Um die Geheimhaltung des privaten Schlüssels zu gewährleisten, produziert die Youniqx Identities AG die Karte in einem in sich geschlossenen Sicherheitssystem. Zu diesem gehören eine Produktionsmaschine, die nicht mit dem Internet verbunden ist, und ein Sicherheitsraum, zu dem nur autorisierte Mitarbeiter Zugang haben. Praml versichert, dass die Mitarbeiter während des Produktionsprozesses den privaten Schlüssel kein einziges Mal zu Gesicht bekommen und der private Schlüssel nach Aufbringen des Siegels aus dem System gelöscht wird. Durch Sicherheitsmerkmale, wie Hologramme und Sicherheitsstanzungen, soll die Karte zudem fälschungssicher sein.

Karte vorerst nur bei Coinfinity erhältlich
In einer ersten Soft-Launch-Phase, die Anfang Dezember beginnt, wird die Karte ausschließlich über die Coinfinity-Webseite vertrieben, später sollen weitere Vertriebspartner hinzukommen. Künftige Anwendungsbereiche sollen sich nicht nur auf Kryptowährungen beschränken. Demnach kann die Technologie auch zum Schutz der Provenienz von Kunstwerken oder dem Nachweis von Grundbucheinträgen eingesetzt werden, so Praml.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter