So, 23. September 2018

Sinkende Ansprüche

10.09.2018 10:57

Die gar nicht leichte Suche nach neuen Polizisten

11.000 Polizisten möchte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) wie berichtet in dieser Legislaturperiode aufnehmen und hat dafür eine regelrechte Aufnahmeoffensive gestartet: Wie ein aktueller Bericht deutlich macht, dürfte es für das Ministerium aber immens schwierig werden, diese Zielvorgabe zu erreichen. Problematisch sei zudem, wie es aus Quellen bei der Polizei heißt, dass der Anspruch bei der Aufnahme neuer Polizisten weiter sinken würde - nachdem es in den vergangenen Jahren bereits zu zahlreichen Erleichterungen gekommen ist.

Kickl sei der „beste Innenminister der Zweiten Republik“, denn es werde „endlich für die Sicherheit im Land gesorgt“, hatte FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache dem Minister im ORF-„Sommergespräch“ im August Rosen gestreut und hierbei auch die neuen Planstellen bei der Polizei positiv erwähnt. Die Besetzung ebendieser neuen Posten - von 11.000 noch in dieser Legislaturperiode ist die Rede - mit geeigneten Personen scheint sich aber zunehmend schwierig zu gestalten, wie ein Bericht der Tageszeitung „Kurier“ durchblicken lässt.

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits die Mindestgrößen weggefallen sind, es kein Alterslimit mehr nach oben gibt, die Schwimmprüfung bei der Aufnahme nicht mehr notwendig ist und etwa auch mehr Tätowierungen erlaubt sind, wird nun auch die erforderliche Punktezahl beim Aufnahmetest nach unten nivelliert. Der Bericht beruft sich auf drei unterschiedliche Quellen aus dem Polizeiapparat.

„In Wien wird derzeit alles genommen, was nur irgendwie besteht“
„In Wien wird derzeit alles genommen, was nur irgendwie besteht“, wird ein mit den Abläufen vertrauter Beamter zitiert. Gewerkschafter Hermann Greylinger (FSG) dazu: „982 Punkte sind das Maximum. Die besten werden dann genommen. Normalerweise liegt der schlechteste Aufgenommene bei etwa 400 bis 500 Punkten.“ Bei der aktuellen Aufnahmewelle „reichen erstmals um die 200 Punkte“, so der Gewerkschafter. Tenor im Polizeiapparat: Das sei der bisher niedrigste Schnitt aller Zeiten.

Lage in Wien am dramatischsten
Spitzenbeamte würden die Entwicklung jedenfalls mit wachsender Sorge beobachten, heißt es in dem Bericht weiter. Wobei die Situation in den anderen Bundesländern nicht ganz so dramatisch sei wie in Wien: So kommen in Niederösterreich beispielsweise auf eine freie Stelle als Polizist durchschnittlich vier bis sechs Bewerber - früher waren es zehn und mehr.

Wobei die körperlichen Voraussetzungen nicht das Problem seien, die meisten würden vielmehr an mangelnden Deutschkenntnissen scheitern. Auch „eingeborene“ Österreicher haben demnach mit teils groben Wissenslücken in der Rechtschreibung und der Grammatik zu kämpfen …

 krone.at
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