Sa, 22. September 2018

Riga, Tallinn & Co.

21.08.2018 08:00

Mit der „MS Europa“ zu schönen Ostsee-Städten

Wie Perlen auf einer Kette reihen sich die herrlichen Metropolen der Ostsee aneinander, wenn sie im Zuge einer Kreuzfahrt mit der „Europa“ besucht werden.

Ostsee-Metropolen sind reich an Sehenswürdigkeiten, oft Hauptstädte und auf keine andere Art in ihrer Summe bequemer erreichbar als per Schiff. Kein Wunder, dass diese Route bei Kreuzfahrern besonders beliebt ist. Hamburg stellt einen idealen Ausgangspunkt für diese Reise dar - vorbei an der Elbphilharmonie, die einen erhebenden Anblick abgibt - und ist so etwas wie ein Heimathafen für die „MS Europa“. Bordsprache ist Deutsch, nicht nur bei den Passagieren. Josef Gruber, Hoteldirektor, oder auch der Maître Thomas Petrus, kommen etwa aus der Grünen Mark.

Das Schiff ist klein, das heißt maximal 408 Passagiere, was bedeutet, dass man sich sehr bald (er)kennt. Nichts ist unpersönlich, schon ab dem ersten Tag wird man mit dem Namen angesprochen. Die Crew weiß schnell um Vorlieben, wie man zum Beispiel den Frühstückskaffee am liebsten trinkt. Die Wege sind kurz, es gibt genügend Liegestühle am Pool, sodass keiner „kämpfen“ muss. Service und die Kulinarik in den vier verschiedenen Restaurants sind nahezu perfekt.

Jede Kreuzfahrt beginnt mit der obligatorischen Sicherheitsübung, die wirklich jeder mitmachen muss. Aber dann fängt der Müßiggang an, das heißt, jedem steht es frei, ob, wann und wo er frühstückt, zu Mittag isst, Abendessen zelebriert ... Um all den herrlichen Köstlichkeiten entgegenzuwirken, die fast rund um die Uhr angeboten werden, gibt es ein Fitnesscenter oder auch einen Weg auf Deck 9 zur Laufstrecke. Wem das etwas zu anstrengend erscheint, hat dank BEWEI im Spa die Möglichkeit, auf entspannte und sanfte Art die Körperkontur zu verbessern. Es stellt sich heraus, hier auf Deck 7 lässt es sich wunderbar aushalten. Besonders die Seetage sind überaus begehrt; da empfiehlt es sich, rechtzeitig Termine zu buchen.

Kopenhagen
Das Schiff an sich ist eigentlich wie eine Destination zu werten, mühelos verfliegt der erste (See-)Tag, bevor wir dann in kurzer Gehdistanz zur Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen anlegen. Das ist einer der vielen Vorteile eines kleinen Schiffes: es kann ob seiner Größe auch an sehr stadtnahen Plätzen vor Anker gehen und muss nicht kilometerweit entfernte Terminals benutzen. Das ist wahrer Luxus, wenn wenige Schritte reichen, um eine Stadt zu entdecken. Ob auf eigene Faust oder mit einem begleiteten Ausflug, steht jedem frei. Schon beim Frühstück auf dem Lido-Deck, wo man draußen sitzen und die Sonne genießen kann, erspähen wir das moderne Opernhaus der dänischen Hauptstadt, kommen rechtzeitig zur Wachablöse zum Schloss Amalienborg, schlendern entlang der farbenfrohen Giebelhäuser des kleinen Hafenarms Nyhavn, der zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens geworden ist. In der Innenstadt liegt auch der Tivoli, ein weltbekannter Vergnügungs- und Erholungspark mit zahlreichen Attraktionen.

Stockholm
Die schwedische Hauptstadt erreichen wir - und das ist wahrlich speziell - über den Schärengarten, der sich landschaftlich unvergesslich schön präsentiert. Überall kleine Inseln, manche sogar mit malerischen roten Häusern, die an Michel von Lönneberga erinnern, eine kleine Bootsanlegestelle davor. Hier haben die Stockholmer, die es sich leisten können, einen Zweitwohnsitz, ein Paradies vor den Toren der schwedischen Hauptstadt, die zweifelsohne einen Besuch wert ist. Gamla Stan, die Altstadt, das königliche Schloss - es gibt viel zu sehen. Auch Djurgarden, wo sich das Freilichtmuseum Skansen, das ABBA-Museum, das Astrid-Lindgren-Haus, das Vasa-Museum (welches das 1628 gesunkene, vollständig erhaltene Kriegsschiff Vasa zeigt) und der Stockholmer Vergnügungspark Tivoli warten auf einen Besuch.

Helsinki
Über Nacht hat uns die „Europa“ nach Helsinki gebracht. Finnlands Hauptstadt bietet nicht ganz so viele Sehenswürdigkeiten wie andere Ziele auf dieser Reise, ist aber gemütlich zu erkunden. Der Tipp hier ist finnisches Design, zum Beispiel empfiehlt sich ein Ausflug auf den Spuren von Alvar Aalto, der als „Vater des Modernismus“ und als Pionier der finnischen Architektur gilt.

St. Petersburg
Zweifellos ein Höhepunkt dieser Kreuzfahrtroute ist St. Petersburg. Hier hat man die Qual der Wahl. Wir bleiben über Nacht, aber selbst da ist nicht alles zu schaffen. Paläste ohne Ende, zum Beispiel der Peterhof, der Katharinenpalast, der Jussupow-Palast, alle sehr, sehr sehenswert. Alleine in der Eremitage könnte man Jahre verbringen, und hätte trotzdem nicht alles gesehen. Für die Gäste der „Europa“ öffnet dieses Museum, eines der größten und bedeutendsten der Welt, am Abend seine Tore und Natascha führt uns durch die prunkvollen Räumlichkeiten, zeigt uns weltbekannte Gemälde wie „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ von Rembrandt (das nur hier zu sehen ist, weil dieses Bild nie verliehen wird). Mit Erklärungen in bestem Deutsch erleben wir dieses großartige Museum ohne das Gedränge durch Massen von anderen Touristen. Man spürt deutlich, wie stolz Natascha auf ihre Stadt, die zum UNESCO-Welterbe zählt, und ganz besonders auf dieses Museum ist. Abschluss dieses einzigartigen Abends ist ein klassisches Konzert im wunderbaren Rahmen der Eremitage. Als wir spätabends zurück an Bord kommen, empfangen uns ein köstliches Mitternachtsbuffet und angeregte Gespräche, denn jeder muss über dieses einzigartige Erlebnis noch sprechen und den ereignisreichen Tag ausklingen lassen.

Tallinn
Zehn andere Kreuzfahrtschiffe sind mit uns da, erfahren wir von Kapitän Mark Behrend. Die Stadt ist ein beliebtes Reiseziel, besonders zu den Weißen Nächten. Es ist, als ob ein magisches Licht die russische Metropole rund um die Uhr beherrschen würde. Wer glaubt, mit St. Petersburg, wäre unsere Reise jetzt beendet, irrt. Tallinn wartet. Klein und fein, ebenfalls UNESCO-Welterbe und leider von Touristen ein wenig zu sehr überflutet. Die historische Altstadt birgt auch die älteste Apotheke des Baltikums, viele Souvenirgeschäfte bieten Bernstein an.

Riga
Die grösste Metropole des Baltikums ist Neuland für mich. Die Hauptstadt Lettlands beiderseits des Flusses Düna verfügt über ein reiches kulturelles Erbe. Mit einem Stadtplan ausgestattet - jeden Abend finden wir vor dem Schlafengehen Infos über den nächsten Tag, Stadtpläne usw. in unserer Kabine - marschieren wir zur Alberta- und Elisabets-Straße und sind hellauf begeistert. Ein Drittel des Zentrums besteht aus Jugendstilbauten, aber diese beiden Straßenzüge sind einfach nur herrlich, ein Haus schöner als das andere! Ein wahres Juwel! Prächtige Kirchen, dazu Kaufmanns- und Gildehäuser aus den Zeiten der Hanse prägen die Innenstadt, es ist eine Freude, hier auf einen Erkundungsspaziergang zu gehen.

Danzig
Jetzt fehlt nur noch Danzig, um die Ostsee-Rundreise mit der „Europa“ zu beschließen. Das Schiff legt in Gdingen an; ein Denkmal an der Westerplatte erinnert daran, dass an dieser Stelle der Zweite Weltkrieg ausgebrochen ist. Mit einem kostenlosen Shuttlebus, der im Halbstunden-Takt fährt, gelangen die „Europa“-Gäste, die einen individuellen Landgang bevorzugen, in die Innenstadt von Danzig, das in alter - neuer - Pracht erstrahlt. Die Geschichte dieser Stadt reicht zwar mehr als 1000 Jahre zurück, aber ein Großteil der historischen Bausubstanz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört - und wiederaufgebaut bzw. sorgsam restauriert. Wer heute zum Beispiel durch den sogenannten Königsweg geht, erlebt das gesamte Meisterwerk der Restaurateure. Auch die Marienburg, UNESCO-Welterbe, lohnt einen Besuch; am besten per organisiertem Landausflug. Dann ist genug Zeit, um den imposanten Backsteinbau am Nogat und das schöne Danzig zu erleben.

Nun bleibt (nur) noch ein Seetag, um alles Revue passieren zu lassen, die Sonne am Pool-Deck zu genießen, den Blick auf das ruhige Meer gerichtet, bevor es heißt, Abschied zu nehmen. Doch ist es sicher kein Abschied für immer, denn die „Europa“ fährt auf allen Weltmeeren und bietet abwechslungsreiche Routen zu den schönsten Plätzen der Welt - immer mit dem Versprechen, den Passagieren eine wunderbare Zeit und einzigartige Erlebnisse zu ermöglichen.

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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