Philippinen-Massaker
Politiker gibt nicht nach: "Nur der Tod kann mich stoppen"
Mangudadatus Verwandte sowie politische Anhänger und Journalisten waren am Montag in einem Konvoi unterwegs, als sie von 100 Bewaffneten angegriffen, entführt, schwer misshandelt und regelrecht hingerichtet wurden. Nach Regierungsangaben wurden die Frauen teilweise vergewaltigt. Selbst die an blutige Konflikte gewöhnten Einwohner der südlichen Philippinen waren angesichts des jüngsten Blutbades entsetzt.
Anhänger-Konvoi und strenge Sicherheitsvorkehrungen
Mangudadatu, der am Freitag von Soldaten, einem Polizeikommandanten und einem General begleitet wurde, gab seine Dokumente bei der Wahlkommission in Sharrif Aguak, der Hauptstadt von Mangudadatu ab. Rund 100 seiner Anhänger jubelten ihm dabei zu. Sein Konvoi aus über 50 Fahrzeugen benutzte dabei absichtlich dieselbe Route, die seinen Angehörigen am Montag zum Verhängnis wurde.
Opfer verschleppt, getötet und notdürftig verscharrt
Die Opfer des Massakers hatten bereits damals Mangudadatu für die Gouverneurswahl in Maguindanao anmelden wollen. Die Verschleppten, unter denen sich auch 29 Journalisten befanden, wurden später erschossen oder erschlagen und notdürftig begraben an einem abgelegenen Abhang nahe einer Schnellstraße gefunden.
Gouverneurssohn wegen Massenmordes angeklagt
Hinter der Tat stecken politische Rivalen. Nun ist gegen den Hauptverdächtigen Anklage wegen Massenmordes erhoben worden. Der Sohn des Gouverneurs von Maguindanao, Andal Ampatuan Jr., habe das Massaker befohlen und auch selbst geschossen, sagte Justizministerin Agnes Devanadera am Freitag. Der Bürgermeister der Stadt Datu Unsay war bereits am Vortag festgenommen und in die Hauptstadt Manila gebracht worden. Wie die Regierung mitteilte, sind unter den weiteren Verdächtigen der Provinzgouverneur selbst sowie sieben weitere seiner Verwandten.
Verdächtiger macht islamische Rebellen verantwortlich
Der Hauptverdächtige hat jedoch alle Anschuldigungen zurückgewiesen und muslimische Rebellen für die Tat verantwortlich gemacht. "Ich bin unschuldig. Wir wissen, dass die 'Islamische Moro-Befreiungsfront' eine Terrororganisation ist", sagte der Regionalpolitiker. Die MILF kämpft seit Jahrzehnten im Süden der Philippinen für einen unabhängigen Staat und ist für zahlreiche Terroranschläge verantwortlich. Ein MILF-Sprecher wies die Anschuldigungen jedoch umgehend zurück.
Ampatuan-Clan hat enge Kontakte zu Präsidentin Arroyo
Andal gehört der mächtigen Ampatuan-Familie an, die die Region rund 930 Kilometer südlich der philippinischen Hauptstadt Manila seit Jahrzehnten dominiert. Mitglieder besetzen zahlreiche hohe politische Ämter. Der Ampatuan-Clan ist eng mit Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo verbündet.



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