Eigentlich war Altenburger auf der Suche nach etwas anderem. "Oberhalb eines Waldstücks in Tulfes gibt es eine eiszeitliche Fundstelle – und ich hoffte, vielleicht Tonscherben oder Waffen zu finden", erzählt der Weerer. Doch der 45-Jährige stieß auf zehn Münzen, die verstreut im steilen Waldboden lagen. "Die mussten von weiter oben herunter gerollt sein", dachte sich Altenburger. Doch über ihm lag eine fast senkrechte mit Felsen durchsetzte Böschung. "Das war schon eine Meisterleistung, da hinauf zu kommen", streut ihm Josef Zeisler Rosen. Er ist der Kopf des Vereins Archäo Tirol, für den auch Altenburger unterwegs ist und seiner Leidenschaft nachgeht.
"Wurden ganz bewusst hier versteckt"
Altenburger kletterte hinauf und da lag der archäologische Jackpot. 1.207 Silbermünzen, geprägt zwischen 1360 und 1439. "Sie waren abgezählt und wurden ganz bewusst hier versteckt", ist sich Münzexperte Helmut Rizzolli von der Universität Innsbruck sicher. Für ihn ist der Fund etwas Besonderes, weil er zwischen zwei andere Funde in Alt-Tirol fällt und viel über die damalige Münzpolitik aussagt.
Seit Juni wurden die Münzen restauriert, bis zum Jahresende sollte das abgeschlossen sein, dann werden sie in Bankfilialen in Trient, Bozen und Innsbruck ausgestellt. Über den Wert sagt Rizzolli: "Damals konnte man sich 500 Liter Traminer-Wein dafür kaufen, heute dürfte man dafür eine paar Tausend Euro bekommen." Der Schatz gehört je zur Hälfte dem Finder und dem Grundstückeigner, Familie Waldhart aus Oberhofen.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone








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