Fr, 21. September 2018

„Sabotage“ zu 12-h-Tag

26.06.2018 14:45

Betriebsrat: „Alle Wege nach Wien werden gesperrt“

Die Diskussion um den geplanten Zwölf-Stunden-Arbeitstag kocht erneut hoch. Ein Betriebsratsmitglied eines österreichischen Baukonzerns kündigt nun massiven Protest an. Er kann sich sogar vorstellen, dass Autobahnen gesperrt werden, weil jemand Schotter oder Beton „verliert“. Die FPÖ reagiert empört, Klubchef Johann Gudenus spricht von „Sabotage“.

Die Aussagen des Betriebsratsmitglieds zeigen, dass in dieser Diskussion auch in nächster Zeit keine Ruhe einkehren wird. „Vor hundert Jahren haben sie einen Achtstundentag eingeführt, weil sie gesehen haben, dass sich viele Leute zu Tode arbeiten“, erklärt er. „Und jetzt bewegen wir uns hundert Jahre zurück!“

„Da kennen wir nichts!“
Um das zu verhindern, kündigt er drastische Maßnahmen an. „Wenn es hart auf hart geht, werdet ihr im Radio hören: ,Die Westautobahn ist gesperrt, da haben sie Schotter verloren. Die Flughafenautobahn ist gesperrt, da haben sie Beton verloren. Alle Wege nach Wien sind gesperrt.‘ Da kennen wir nichts!“, zeigt er sich entschlossen.

Ob sich diese Drohungen wirklich bewahrheiten, wird sich zeigen. Wenn ja, könnte das zu ordentlichen Problemen führen: Als Zentralbetriebsrat eines großen österreichischen Konzerns mit Tausenden Mitarbeitern hat er viele Arbeiter hinter sich.

FPÖ ortet „Hetze gegen Bundesregierung“
FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bezeichnete die Aussage als „Sabotage-Androhung“: „Die Ankündigung, auf Autobahnen absichtlich Schotter und Beton zu deponieren, um den Verkehr nach Wien lahmzulegen, ist nichts anderes als eine Sabotage-Androhung. Die Hetze gegen die Bundesregierung hat damit eine neue, schockierende Dimension erreicht. Hier wurde ganz eindeutig eine Grenze überschritten“, so Gudenus.

ÖGB organisiert Demonstration in Wien
Der Österreichische Gewerkschaftsbund unter seinem neuen Präsidenten Wolfgang Katzian hat bereits damit begonnen, Betreibsräte und andere Personalvertreter zu Informationsveranstaltungen zusammenzurufen. „Die von der Regierung vorgelegten Regelungen zur Arbeitszeit würden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr viel kosten: Freizeit, Geld und Gesundheit. Gegen diesen Raubzug mobilisieren ÖGB und Gewerkschaften ab sofort“, so Katzian in einer Aussendung.

„Am 30. Juni gehen wir in Wien auf die Straße.“ Sollte der Gesetzesentwurf am 5. Juli trotz der Proteste beschlossen werden, was zu erwarten ist, will man weitere Aktionen setzen. „Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden legalen Mitteln gegen den Zwölf-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche zur Wehr setzen!“, zeigt sich Katzian kämpferisch.

 krone.at
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