"Bei dieser Anklage, immerhin wegen Amtsmissbrauchs und mit bis zu fünf Jahren Haft bedroht, ging es der Staatsanwaltschaft nur um eins: Die vom Oberlandesgericht abgeschmetterte Anklage noch zu retten!", wetterte Verteidiger Johannes Margreiter beim Prozess am Freitag in Innsbruck. "Meine Mandantin wurde von einer Kollegin gemobbt und vom Bezirksschulrat schikaniert!", brachte er zudem vor.
Die Vorwürfe der Anklage: Die Lehrerin (54) habe im Juni 2008 bei fünf Schülern, die ihre Noten verbessern wollten, die bessere Note hineingeschrieben - in drei Fällen "1" statt "2", ohne Prüfungen abzuhalten. Und: Sie habe wegen eines drohenden Disziplinarverfahrens ein Beweismittel gefälscht. Im sogenannten Lehrstoffbuch soll die Tirolerin die Zahl der abgehaltenen Physik-Stunden um drei Stunden erhöht haben.
Lehrerin spricht von einem Irrtum
Die Hauptschullehrerin, die in ihren bisher 33 Dienstjahren immer mit "Sehr gut - Ausgezeichnet" beurteilt worden war, sagte dazu: "Die Vorwürfe basieren auf einem von mir leider nicht korrigierten Irrtum." Sie habe die Schüler, die ihre Noten verbessern wollten, sehr wohl geprüft. Und zwar mündlich. Irrtümlich habe sie aber im Leistungsfeststellungskatalog ein Datum angeführt, zu dem sie nicht in der Schule gewesen sei. Das hätte sich leicht aufklären lassen.
Zum Vorwurf, sie habe zu wenige Physik-Stunden abgehalten, sagte ihr Verteidiger nur: "Im Disziplinarverfahren ist dieser Punkt gestrichen!" Der Bezirksschulrat blieb vor Gericht allerdings bei seinen Vorwürfen. Die Verhandlung wurde vertagt.
Von Hans Licha (Kronen Zeitung) und krone.at








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