Protz im Senegal
Präsident baut Denkmal, während Menschen hungern
"Ein großes Denkmal für ein großes Ego": So bewertet die "Neue Zürcher Zeitung" die Bauwut von Wade. Der Präsident wird als "Patissier" bezeichnet, weil er wie ein Konditor mit dem Spritzbeutel nutzlose Ausschmückungen über Dakar verteile.
Das Monument steht auf einem von zwei nebeneinanderliegenden Hügeln, die früher Vulkane waren. Das Denkmal soll einen Mann zeigen, der ein Kind auf dem Arm hält, das auf den Atlantik weist. Er führt eine Frau, die ihm bedingungslos folgt. "Die Idee ist, dass eine afrikanische Familie dem Vulkan entsteigt und triumphierend nach Amerika blickt, wo sie versklavt worden war", erklärt der Bauingenieur Atepa Goudiaby.
"Kulturelles Verbrechen"
Dass in einem Land, das von Armut geplagt ist, ein derart großes Denkmal errichtet wird, sorgt für Kopfschütteln. Viele Senegalesen kritisieren die Baukosten von umgerechnet rund 17 Millionen Euro und mahnen, dass man auf solch extravagante Ausgaben verzichten müsse. Ein bekannter Bildhauer aus dem afrikanischen Land spricht von "Verschandelung eines wunderbaren Ortes" und einem "kulturellen Verbrechen".
Anfang nächsten Jahres soll das 50 Meter hohe Monument, das derzeit noch eingerüstet ist, eröffnet werden.



Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.