Es gibt einen gesunden und einen kranken "Patienten" – wen wird der internationale Tennis-Verband ATP, der auf Kontinuität und Vertrauen baut, als Vorbereitungsturnier für die French Open in Paris wohl auswählen: Nizza, das mit einer politisch schwergewichtigen Abordnung bei den US Open in New York intensiv vorsprach? Oder Kitzbühel, das die Fristen wegen der Nutzung des Stadions und/oder der Infrastruktur, bis vergangenen Dienstag 18 Uhr einfach verstreichen ließ?
Dabei schien bereits alles in trockenen Tüchern zu sein: Lizenzinhaber und Organisator Ronnie Leitgeb einigte sich am 17. September mit Sportstadtrat Gerhard Eilenberger für das Turnier 2010, Vertragspartner Tourismusverband Kitzbühel hätte infolge "nur" noch die Papiere nach London unterschrieben weiterleiten müssen. Aber sie taten es nicht.
Mangelnde Professionalität...
"Mein Erstaunen war doch recht groß", gesteht Leitgeb, "das ist mangelnde Professionalität!" Mehr konnte und wollte der Manager von Österreichs Nummer eins Jürgen Melzer wegen des laufenden Verfahrens (noch) nicht sagen.
...oder Absicht?
Hintergrund könnte eine Kursänderung des neuen Präsidenten des Kitzbüheler Tennis-Klubs sein: Gerüchteweise soll Herbert Günther mit der Senior-Tour Kontakt aufgenommen haben, erhofft sich dabei wohl eine größere Akzeptanz und erhöhtes Interesse in der Öffentlichkeit.
ATP-Ära in Kitzbühel ist gestorben
Fix ist, dass die Unterlagen für das größte österreichische Freiluft-Turnier sowieso nicht mehr nachgereicht werden können bzw. dürfen! Die Entscheidung der ATP, wer den Zuschlag für 2010 bekommen wird, soll bereits in den nächsten Tagen fallen. Kaum anzunehmen, dass es ausgerechnet der "kranke Patient" sein wird.
Damit wäre die Tennis-ATP-Ära im Kitzbüheler Casino-Stadion endgültig gestorben – und damit wären mit Ron Tiriac, Hans-Peter Reichel, Jürgen Pfauth und nun Leitgeb vier Lizenzinhaber in kürzester Zeit "verbraucht" worden!
von Gernot Gsellmann, Tiroler Krone








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