"Hier", sagt er und zeigt auf den Türrrahmen, "war der Flaschenzug, den der Kainrath Karl für mich konstruiert hat. Mit dem hab ich Gewichter gezogen."
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Dann dreht er sich zur Seite und zeigt auf ein Fenster: "Und durch das ist die Musik gekommen, die mich beim Trainieren so oft begleitet hat – im Nachbarhaus hat der Hörmann Franzl auf seinem Flügelhorn geübt!" Der Hörmann Franzl, heute grauhaarig, steht daneben und lächelt.
Kindheit zieht wie ein Film vorbei
"Hier ist das Ehebett der Eltern gestanden – und dort die Psyche mit dem großen Spiegel. Da gab's die Singer-Nähmaschine auf der die Mutter meine erste Badehose genäht hat. Mit der bin ich beim ersten Bodybuilding-Wettbewerb angetreten!" Die Kindheit und Jugend zieht wie ein Film an ihm vorbei. "Unglaublich", schmunzelt er, "an dieser Tür hängt ja noch die selbe Kette, mit der uns die Eltern im immer eingesperrt habe, wenn wir schlimm waren."
Dann der Dachboden auf dem das einzige Foto aufgenommen wurde, das es heute vom Haus-Inneren gibt. "Der Vater hatte im Krieg zwar eine Kamera, die hat er aber nach seiner Heimkehr verkauft, damit wir was zu Essen kaufen konnten." Deshalb sind die Restauratoren um Mueseumsbetreiber Peter Urdl ausschließlich auf die Erinnerungen des "Gouvernators" angewiesen. Sie wollen ja das Haus so zurückbauen, wie es zu dessen Jugendzeit war.
"Horrorbild" wird freigelegt
Auch das alte Fresko an der Wand des ehemaligen Jagdhauses soll freigelegt weden. Arnold zeigt auf die Stelle an der es einst war. "Da gab's grausige Jagdszenen und mein Bruder Meinrad und ich haben uns immer schrecklich davor gefürchtet!" Ein Fachmann wird nun die darüberliegenden Farbschichten mit Arkibie abkratzen. Mal sehen, ob er was findet.
"Schwarzenegger, wie geht's?"
Arnold erinnert sich an immer mehr Details. "Die Wiese neben der Ruine war unser Spielplatz. Aber wenn die reichen Nachbarsbuben gekommen sind und Federball spielen wollten, hat man uns verjagt." Er kennt die Namen der Nachbarn noch. Bei einem Haus läutet er an. Eine 92-jährige Dame öffnet. Artig reicht er ihr die Hand: "Schwarzenegger", sagt er, "wie geht's?" Die Frau lächelt: "Sie kenn ich ja," sagt sie. Er ist irgendwie geschmeichelt. Daheim ist eben alles anders. Da ist er auch jetzt noch der Bub, der damals von der großen Welt geträumt hat...








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