So, 18. November 2018

Früher Tod

06.06.2018 06:00

Stress ist ein Herzkiller

Das kann nicht gut gehen: Ständig auf Hochtouren zu leben überfordert unsere Pumpe. Überlastung gilt inzwischen als eigener Risikofaktor für Herzkrankheiten und vorzeitigen Tod.  Termindruck, Überstunden, schlechtes Arbeitsklima sowie emotionaler Stress im Privatleben, aber auch Lärm hinterlassen Spuren.

Die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit ist seit 1970 um 60 Prozent zurückgegangen, jetzt steigt sie wieder. Die Fortschritte der Herzmedizin werden durch den Lebensstil mit Fehlernährung, Übergewicht, Bewegungsarmut, Rauchen und in jüngster Zeit vor allem Stress regelrecht neutralisiert, wie Univ.-Prof. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer, Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, SMZ Süd Kaiser-Franz-Josef Spital in Wien auf einer Pressekonferenz warnte. „Die psychische Belastung vieler Menschen ist unübersehbar. Bei Stress-Tests zeigte sich, dass Gefährdete  körperlich anders auf Belastung reagieren. Bei ihnen stieg der Blutdruck und die Zahl blutverklumpender Leukozyten deutlich höher an. Plötzlichem Herztod geht meist eine längere Phase mit chronisch depressiver Stimmung voraus.“

Physiologisch gesehen sind die direkten Auslöser meist Herzrhythmusstörungen oder das Broken Heart Syndrom (durch Stress bedingte Herzmuskelerkrankung), bei dem sich die Herzkranzgefäße krampfartig verengen. Bei Männern ist körperliche Überlastung der häufigste Auslöser, bei Frauen emotionale. Auch Diabetes und Überlastung können zusammen hängen: Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie hat nachgewiesen, dass das Protein FKBP51 ein Bindeglied zwischen Stress-Regulationssystem und Stoffwechsel-Vorgängen ist. Es beeinflusst  im Muskelgewebe Signale, die bei hoher Kalorienzufuhr Glukoseintoleranz begünstigen - die Grundlage für Typ-II-Diabetes.

Übrigens:  Arbeits- und Verkehrslärm  stressen das Herz ebenso. „Wir wissen, dass Lärm im Beruf das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko erhöht, besonders wenn Menschen auch unter hohem psychischem Druck stehen“, so Prof. Podczeck-Schweighofer. Grundsätzlich meint die Expertin,  in den meisten Fällen würden mehr Bewegung, gezieltes Stressmanagement oder Entspannungstechniken ausreichen, um die Gefahr für Herz-Kreislaufleiden zu senken. 

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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