Was den Zustand der kleinen Julia ausgelöst hat, weiß ihre Mutter nicht. "Ein Schlaganfall? Kaputte Zähne? Meningitis? Das kann mir niemand richtig erklären."
"Mich hat keiner ernst genommen"
Die Frau kann nur vom Leidensweg erzählen, den die beiden hinter sich haben. Ende Mai hatte alles so "harmlos" begonnen, mit Husten, Schnupfen und dem Gang ins LKH Leoben. Später war die Kleine so müde, stolperte, fiel aus dem Stand hin - es ging wieder ins Spital. "All das fand aber niemand besorgniserregend." Erst nach Krampfanfällen kam die Kleine auf die Intensivstation. "Mich hat keiner ernst genommen, meine Bedenken wurden nicht gehört, Maßnahmen erfolgten, wie mir selbst gestanden wurde, zu spät!", so der Vorwurf der Mutter.
Notoperation in Graz
Erst am 14. Juli sei die Diagnose gefallen: Hirnabszess und Meningitis-Verdacht. "In der Kinderchirurgie in Graz kam es dann zur Notoperation. Die Menschen dort haben meinem Kind das Leben gerettet." Doch das sieht heute so viel anders aus als noch vor Kurzem: Die Kleine, die trotz des Down Syndroms so gern plapperte, gibt nur noch Laute von sich. Sie kann nicht mehr sitzen, stehen, ihr Blick, ihr Griff gehen ins Leere. Die Kleine, deren Augen früher so strahlten, ist heute blind. Die Prognose: düster.
Für die Anwältin steht klar fest, dass "die Ärzte trotz massiver Hinweise meiner Mandantin fahrlässig gehandelt haben", ein Behandlungsfehler vorliege. Im LKH Leoben bestätigt man nur die drei stationären Aufenthalte, weiters sagt der ärztliche Leiter Heinz Luschnik: "Es war ein schicksalhafter Verlauf. Es wird ein Gutachten dazu geben, das warten wir ab. Wir wollen unbedingt, dass da alles offen und transparent dargelegt wird."
Julia ist jetzt ein Pflegefall, 24 Stunden am Tag – die Mutter hat Probleme, die richtige Pflegegeldstufe zu bekommen. Wie es ihr geht? "Wenn Julia heute noch manchmal 'Mama' sagt, dann ist das für mich das allergrößte Geschenk."
von Christa Blümel, "Steirerkrone"
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