Iraker misshandelt
Britischer Ex-Soldat belastet Kameraden und Vorgesetzte
Payne (das Bild zeigt ihn nach seiner Aussage) beschuldigte seinen ehemaligen Kommandanten, in einem Fall sogar Musas Verbrennung vorgetäuscht zu haben. Der Leutnant habe "einen Kanister Benzin vor dem Jungen platziert", dann "Wasser über ihn gegossen und ein Streichholz angezündet". Der junge Hotelrezeptionist war in der südirakischen Stadt Basra in britischer Gefangenschaft gestorben - seine Leiche wies 93 Verletzungen auf.
Vorgesetzter bestreitet Vorwürfe
Payne ist der erste britische Soldat, der 2007 vor einem Militärgericht wegen Kriegsverbrechen zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Bei der Anhörung am Montag räumte er ein, die Gewalt gegenüber den irakischen Häftlingen damals heruntergespielt zu haben. Auch habe er aus "falsch verstandener Loyalität" das Ausmaß der Misshandlungen innerhalb seiner Einheit verschwiegen.
Paynes damaliger Vorgesetzter wies alle Anschuldigungen von sich. Er bleibe bei seiner früheren Aussage, dass er niemals einen Häftling misshandelt habe, hieß es in einer Erklärung des Offiziers im Anschluss an die öffentliche Anhörung.
Zivilisten vergewaltigt und gefoltert?
britische Verteidigungsministerium ermittelt derzeit in 33 weiteren Fällen mutmaßlicher Misshandlungen irakischer Häftlinge durch britische Soldaten. Den Soldaten wird einem Zeitungsbericht zufolge vorgeworfen, die Zivilisten zwischen 2003 und 2007 vergewaltigt, gefoltert oder auf andere Weise misshandelt zu haben. Als ein möglicher Tatort wurde das von britischen und US-Soldaten geführte Gefängnis Camp Bucca bei Basra genannt (siehe Story in der Infobox).



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