Di, 17. Juli 2018

Venenleiden

04.06.2018 06:00

7 Mythen über Krampfadern

Haben Sie auch schon öfter verschiedene Tipps gegen Erweiterung der Venen gehört? Beine nicht überkreuzen, keine Sauna besuchen und auf Zigaretten verzichten. Was stimmt davon eigentlich? Ein Venen-Experte klärt darüber auf.

Etwa 90 Prozent der Mitteleuropäer sind von Krampfadern und anderen venösen Veränderungen betroffen. Über die Entstehung der knotig-erweiterten Venen gehen die Meinungen auseinander. Viele Irrtümer über diese Erkrankung, an der Frauen etwas häufiger leiden als Männer, halten sich nach wie vor hartnäckig. Experte Dr. Spiro Silvester Schuller, Facharzt für Dermatologie und Venerologie aus Wien, räumt mit den häufigsten Mythen über Varizen auf:

Mythos 1: Häufiges Überkreuzen der Beine
Vor allem Frauen kennen die Theorie: Wer beim Sitzen häufig die Beine übereinanderschlägt, fördert die Entstehung von Krampfadern. An diesem Mythos ist allerdings genauso wenig dran, wie dass häufiges Sitzen oder Stehen Krampfadern auslöst.

Mythos 2: Fußbodenheizungen
Wer sein Heim auf diese Weise heizt oder häufig in die Sauna geht, hat keine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Venenleiden zu erkranken. Andererseits haben Untersuchungen gezeigt, dass Wechselduschen, also abwechselndes Kalt- und Warmduschen, eine stärkende Wirkung auf venöse Gefäße haben. Außerdem gibt es keine Hinweise darauf oder Studien darüber, dass Menschen in wärmeren Regionen der Erde öfter an Krampfadern leiden als in kälteren Gebieten.

Mythos 3: Rauchen  
Es wurde bisher nicht nachgewiesen, dass Rauchen der direkte Auslöser von Krampfadern ist. Zigarettenkonsum führt vor allem zu Gefäßverkalkungen der Arterien, welche wiederum zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder auch zum Verlust der Extremitäten führen können. Es stellt nicht nur den häufigste Krebsverursacher dar, es schädigt auch die Lungenfunktion und lässt außerdem die Haut altern.

Mythos 4: Gesunde Ernährung verhindert Krampfadern
Ausgewogene Ernährung gilt als Voraussetzung für ein gesundes Leben. Entscheidend für Venenleiden ist jedoch die genetische Veranlagung. Auch abwechslungsreiche Kost kann erblich bedingte Venenbeschwerden nicht verhindern. Trotzdem führt Übergewicht zur Verschlechterung bereits bestehender Krampfadern.

Mythos 5: Sport verhindert Venenleiden
Besonders Joggen, Schwimmen und Radfahren werden häufig als effektive Mittel gegen Krampfadern genannt. Sport zur Vorbeugung gehört jedoch ebenfalls zu den Mythen. Auch Marathonläufer können Varizen aufweisen. Sportlichen Personen ist es allerdings möglich, die Beschwerden, die mit Erkrankung einhergehen, durch häufige Betätigung der unterstützenden Muskelpumpe etwas zu kompensieren.

Mythos 6: Im Sommer darf man keine Venen operieren
Auch diese weit verbreitete Meinung kann widerlegt werden. Der Sommer stellt keine Hürde für Venenoperationen dar, sondern es ist eine Frage der Technik. Da man früher nach einer Venenoperation monatelang Kompressionsstrümpfe oder Verbände tragen musste, war dies im Sommer unangenehm. Das hat sich jedoch geändert. Durch Operationstechniken mittels Katheter sind lange Tragezeiten von Spezialstrümpfen nicht mehr nötig. Fallweise kann mit neuesten Techniken auch darauf verzichtet werden.

Mythos 7: Krampfadern sind nur ein kosmetisches Problem
Sobald Varizen auftreten, ist das ein offensichtliches Signal, dass die Venenklappen in bestimmten Gefäßabschnitten nicht mehr funktionieren. Das geht in vielen Fällen mit Beschwerden Hand in Hand. Selbst die sogenannten Besenreiser sind kein rein kosmetisches Problem. Diese feinen Äderchen an der Hautoberfläche können erste Anzeichen einer venösen Schwäche und in ausgeprägten Fällen auch Ausgangspunkt von unangenehmen Varizenblutungen sein.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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