Mo, 20. August 2018

Ein Monat Ruhepause

29.05.2018 14:17

Inselstaat schickt Bewohner auf Facebook-Entzug

Papua-Neuguinea will Facebook zu Forschungszwecken einen Monat lang schließen lassen. Die Regierung wolle die Ruhephase dazu nutzen, die Besitzer von Fake Accounts herauszufiltern, sagte Kommunikationsminister Sam Basil. Zudem sollten Nutzer aus dem sozialen Netzwerk entfernt werden, die pornografische Bilder oder falsche Informationen veröffentlichten.

„Das wird aufrichtigen Menschen mit echten Identitäten erlauben, das soziale Netzwerk verantwortungsvoll zu nutzen“, sagte Basil der Tageszeitung „Post Courier“ vom Dienstag. „Wir dürfen den Missbrauch von Facebook in diesem Land nicht weiter dulden.“ Ein genaues Datum für die Schließung nannte der Minister zunächst nicht.

Mithilfe des Entzugs sollen Experten laut dem Kommunikationsminister auch beobachten, welche Auswirkungen die Nutzung von Facebook auf die Bevölkerung hat. Basil erwägt demnach gar die Schaffung eines eigenen sozialen Netzwerks für die Bewohner des an Indonesien grenzenden Inselstaats.

Konsequenz aus Datenskanal
Die Entscheidung von Papua-Neuguinea folgt dem Datenskandal um Cambridge Analytica. Im März war bekannt geworden, dass sich die britische Firma Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Nutzern verschafft hatte. Mit den Daten sollen etwa Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump mit Wahlwerbung beeinflusst worden sein. Facebook hat sich wiederholt entschuldigt und diverse Konsequenzen gezogen.

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