Mi, 19. September 2018

Scheiden tut weh

08.06.2018 09:00

Trotz Trennung der Eltern eine Familie bleiben

Bei einer Trennung sind Eltern sehr mit sich selbst beschäftigt. Oft sind es die Kinder, die am meisten darunter leiden und sich schuldig fühlen.

In der Trennungsphase sollten sich Mutter und Vater besonders viel Zeit für ihren Nachwuchs nehmen. „Und sie müssen es schaffen, mit dem Ex-Partner einigermaßen ins Reine zu kommen, die Trennung zu bewältigen“, so der renommierte Schweizer Kinderarzt und Autor Remo H. Largo. Denn beide Elternteile sind für das Kind bedeutend. Ein fairer Umgang der Eltern ist wichtig für den Spross. Kinder brauchen starke Eltern - auch in Krisenzeiten. Sehen sich Mutter und Vater aufgrund gravierender emotionaler Probleme nicht dazu in der Lage, sich miteinander so zu arrangieren, dass es für die psychische Gesundheit der Kinder vorteilhaft ist, sollten sie therapeutische Unterstützung durch Beratungsstellen oder Mediatoren in Anspruch nehmen.

Trotz Scheidung eine Familie bleiben
Außerdem sollten sie Kindern die Gründe für eine Trennung ehrlich erklären. Fehlen diese Erklärungen, werden sie möglicherweise vom Spross durch Fantasien ersetzt, die meist beunruhigender und belastender als die Wahrheit selbst sind. Scheidungskinder suchen dann oft die Schuld bei sich. Glauben, dass Mama und Papa ihretwegen getrennte Wege gehen. Und fürchten, dass sie die Liebe der Eltern verlieren. Ängste, die durch klare Botschaften vermieden werden könnten.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Mein Sohn (13) bittet mich in letzter Zeit immer wieder, bei Kummer aus seinem Zimmer zu gehen. Er sagt dann, er möchte jetzt allein sein. Warum lässt er mich nicht helfen?

Keine Sorge, das ist ein alterstypisches Verhalten und muss sie prinzipiell nicht beunruhigen. Ihr Sohn steckt „nur“ mitten in der Pubertät und entwickelt ein Bedürfnis nach Autonomie. Er beginnt über sein Leben und seine Probleme nachzudenken und möchte diese zunehmend selbstständig lösen. Genauso wie ihr Sohn gerade lernt, die Herausforderungen seines Lebens auszuhalten, so dürfen auch Sie lernen auszuhalten, nicht immer sofort helfen zu können und vielleicht nicht mehr DIE „Kummertante“ zu sein. Selbstverständlich dürfen Sie später nachfragen und sollten den guten Draht zu ihm aufrecht halten. Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass sich während der Pubertät die Art der Eltern-Kind-Beziehung verändert, was jedoch nichts mit der Qualität Ihrer Beziehung zu tun haben muss. Nachdenken und Grübeln gehört zum Erwachsenwerden dazu. Massiver Rückzug und soziale Isolation über einen längeren Zeitpunkt hinweg sollten jedoch näher beleuchtet werden. Ein Therapeut kann hier weiterhelfen!

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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