Ursache Übermut

Mehr Tote beim Bergsteigen in der Steiermark

Steiermark
06.11.2009 11:04
In Österreich ist die Zahl der Alpintoten in der Sommersaison 2009 (Mai bis Oktober) im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken – nicht so in der Steiermark. Die Hauptursache: Selbstüberschätzung wird beim Klettern und Wandern in unseren Bergen oft zum Verhängnis.

Im Vorjahr verunglückten in den steirischen Bergen 18 Menschen tödlich, in diesem Jahr stieg die Zahl um fünf Todesopfer auf 23.
Auffällig ist aber: Die Gesamtzahl der Unfälle ist deutlich gesunken. Gab es im Vorjahr im Zeitraum von Mai bis Oktober noch 134 Unfälle beim Klettern, Canyoning und ähnlichen Aktivitäten, so waren es heuer um 25 weniger.

Wie passt das zusammen? "Glück und Unglück spielen am Berg eine große Rolle", erklärt Klaus Pfaffeneder, Alpin-Ausbildungsleiter des Landespolizeikommandos: "Der eine stürzt ab und stirbt, ein anderer überlebt den gleichen Unfall."

Unfallursache Selbstüberschätzung
Gefragt nach den Gründen für Unfälle im alpinen Gelände, muss Pfaffeneder nicht lange nachdenken. "Die Leute überschätzen sich. Leider haben viele nur eine spärliche Ausbildung genossen, schlechte Routenplanung ist eine Folge davon." Der Experte weiter: "Die Ausrüstung ist oft mangelhaft, zudem sind die meisten für schwieriges Alpingelände nicht fit genug." Was dazu führt, dass als häufigste Todesursache in den Bergen ein Herz-Kreislaufversagen auftritt.

von Monika Krisper, "Steirerkrone"

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