Mark Stüttler sitzt am Mikroskop. Es schaut aus wie in einem Forschungslabor. Und das ist es auch. Denn die Aufzucht von Pilzen ist eine eigene Wissenschaft. Stüttler und seine drei Kollegen der Mushroom Reseach Centre GmbH (MRCA) in Innsbruck sind über die Jahre Meister ihres Faches geworden. "Die ersten Pilze haben wir in unserer Wohnung gezüchtet. Und da spreche ich nicht von Schimmel", lacht Geschäftsführer Stüttler.
Im Kühlschrank lagern mittlerweile Sporen von hunderten Pilzarten – Speisepilze, Heilpilze und solche, die als natürliche Recycling-Anlage verseuchte Böden säubern und die Nährstoffaufnahme verbessern. "Dazu gehören die Mykorrizha-Pilze. Ein wahres Wundermittel für die Landwirtschaft", schwärmt Stüttler.
Pilze von "Nuss" bis "Viagra"
Sein Kollege Michael Schneider nennt den Mandelpilz, der nicht nur wunderbar nussig schmeckt, sondern wegen seiner positiven Wirkung bei Allergien und Krebserkrankungen eingesetzt wird. Auch die Pilz-Variante von Viagra gibt's. Bei den Eierschwammerln müssen die Jungunternehmer vorerst passen. "Da sind wir erst in der Testphase." Die begehrten Trüffel sind überraschenderweise kein Geschäft. "Bis zur ersten Ernte dauert es sieben Jahre. Die Kapazitäten haben wir nicht", erklärt Schneider.
Weltweit verkauft das Innsbrucker Unternehmen mittlerweile Sporen und Pilze "made in Tirol". Hobbyzüchter, Gourmet-Köche und Bauern, die statt Gemüse Pilze anbauen, gehören zu den Kunden.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone








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