Hilfe zur Selbsthilfe

Ohne Kosovo-Hilfe gäbe es in Tirol viel mehr Flüchtlinge

Tirol
03.11.2009 10:12
Nach dem Kosovo-Krieg im Frühjahr 1999 flüchteten Tausende aus der Krisenregion – 420 davon nach Tirol. Das Land entschloss sich damals diesen Menschen zu helfen. Mit Erfolg: Hunderten Familien wurde seither eine neue Zukunft geschenkt.

"Doch weil niemand gerne seine Heimat verlässt, haben wir uns dazu entschlossen, die Flüchtlinge nicht nur aufzunehmen, sondern auch bei der Rückkehr und beim Wiederaufbau zu unterstützen", erklärt Peter Logar, Flüchtlingskoordinator des Landes. Er selbst reiste erstmals im Frühjahr 2000 in den Kosovo (im Bild sieht man ihn bei einem Besuch in einer Schule).

Tirol half den ärmsten der Armen
Mit der Region Podujevo (78 Orte mit 130.000 Einwohnern) hat sich Tirol den ärmsten Teil im ohnehin sehr armen Kosovo ausgewählt. "Das war schon vor dem Krieg eine vergessene Region, danach noch viel mehr", sagt Logar.

Nie ein Cent Bargeld
Zusammen mit den jeweiligen Sozial-Referenten (das waren in den vergangenen zehn Jahren Herbert Prock, Christa Gangl, Hannes Gschwentner und jetzt Gerhard Reheis) hat Peter Logar ein einzigartiges Hilfsprojekt auf die Beine gestellt. "Das Motto war stets 'Hilfe zur Selbsthilfe', jeder einzelne Cent ist den Betroffenen zu Gute gekommen, doch es ist nie Bargeld geflossen", so Logar.

Vor allem dank der Landwirtschaft ist es gelungen, für Hunderte Familien eine neue Existenzgrundlage zu schaffen. "Wir haben fast 300 Stück Grauvieh, 47 Traktoren, 93 Landmaschinen, 23 Melkmaschinen und 300 Stallungen in die Region geliefert. Kommendes Jahr bauen wir sogar noch eine Käserei", so Landesrat Reheis, der kommende Woche erneut in den Kosovo reisen wird.

Die jährlich 180.000 Euro, die das Land bereit stellte, waren somit gut angelegt. Denn eines ist auch fix: Ohne die Kosovo-Hilfe des Landes gäbe es in Tirol sicher viel mehr Flüchtlinge.

von Markus Gassler, Tiroler Krone

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