Di, 21. August 2018

Enormer Energiehunger

13.02.2018 12:29

Island: Mehr Strom für Krypto-Miner als Haushalte

Strom auf Island ist dank Erdwärme und Wasserkraft reichlich vorhanden und dementsprechend günstig zu haben. Das macht die Insel aktuell besonders attraktiv für Firmen, die Krypto-Währungen schürfen. Doch jetzt schlagen Energieversorger Alarm: Denn schon bald könnten die Miner von Bitcoin und anderen Digitalwährungen mehr Strom verbrauchen als alle Isländer zusammen.

Die in Island beheimateten Bitcoin-Produzenten dürften in diesem Jahr mehr Strom verbrauchen als alle isländischen Privathaushalte zusammen, wie der Sprecher des isländischen Energieunternehmens HS Orkas, Johann Snorri Sigurbergsson, dem britischen Fernsehsender BBC am Dienstag sagte. Sigurbergsson veranschlagt den jährlichen Stromverbrauch der Bitcoin-Miner auf 840 Gigawattstunden - verglichen mit veranschlagten 700 Gigawattstunden, die pro Jahr durch die isländischen Haushalte verbraucht würden.

Grund des hohen Energieverbrauchs sei, dass sich immer mehr Rechenzentren, darunter sogenannte Miner, in Island ansiedeln wollten. Es gebe eine hohe Anzahl von Kundenanfragen, sagte Sigurbergsson: "Wenn all diese Projekte realisiert werden, haben wir nicht genug Energie dafür." Unter "Mining" wird die Herstellung von Bitcoins verstanden. Hierbei führen die Miner hochkomplexe Rechenoperationen durch und erhalten dafür frische Bitcoins.

"Das kann nicht gut sein"
Dem Parlamentsabgeordneten Smári McCarthy von der isländischen Piratenpartei stößt das sauer auf: "Wir investieren zehn oder vielleicht Hunderte von Megawatt in die Herstellung einer Sache, die nicht greifbar ist und Menschen außerhalb der Finanzspekulation keinen wirklichen Nutzen bringt. Das kann nicht gut sein“, so McCarthy gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Island sollte sich überlegen, die aufstrebende Industrie zu besteuern und zu regulieren.

Island ist ein kleines Land mit etwa 350.000 Einwohnern. In den vergangenen Jahren sind viele Rechenzentren in das Land gezogen. Ein Grund dafür ist die vergleichsweise günstige Stromerzeugung, die in Island fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Erdwärme oder Wasserkraft erfolgt. Von Vorteil sind für die Miner auch die niedrigen Temperaturen, die als natürliche Kühlung der Technik dienen und so zusätzlich die Kosten drücken.

 krone.at
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