Viele Kinder kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Einige wollten Erinnerungsfotos mit dem Mann im Pelzkostüm schießen. Sogar Erwachsene drehten sich nach ihm um. Doch ansprechen nein, das traute sich keiner. Außer dem siebenjährigen Noah: "Ötzi, was machst du eigentlich hier?" Da lachte der Mann mit dem weißen Rauschebart laut und löste das Rätsel auf: "Ich bin der 'Ötzi-Franz', ein Ur-Enkel des weltberümten Eismannes."
Er trägt das gleiche Gewand wie das berühmte Original. "Ich bin seit zehn Jahren im Dorf tätig und kläre die Besucher über Besonderheiten der Steinzeit auf. Vor allem Kinder sollen mit mir eine Freude haben!, erzählt der "Ötzi-Franz". Sein "echter" Job? "Ich bin in der Landwirtschaft tätig".
Töpfern, Malen, Bogenschießen
Der "Ötzi-Franz" war nur eine von zahlreichen Attraktionen im Freilichtpark Umhausen. Vor allem die kleinen Gäste tobten sich im archäologischen Gelände aus. Beim Töpfern, Malen, Filzen und Bogenschießen. Viele zog es auch zum Tiergehege. Dort gab's die einzig existierende Wildpferdeart zu bestaunen. Etwas gemütlicher ging es im Reich der Auerochsen zu: Bulle "Amor" und Ochsen-Kalb "Viktoria" genossen das Kaiserwetter und die Streicheleinheiten der Zaungäste.
Die meisten Besucher nahmen an den stündlichen Führungen teil. 35 Stationen warteten in Umhausen auf die Steinzeitfans. "Wir wollten das Ötzi-Dorf immer schon kennen lernen. Jetzt ergab sich die ideale Chance. Danke der 'Krone', dass sie so ein tolles Fest veranstaltet", freute sich Birgit mit Tochter Lea.
Konzept ging voll auf
Die meisten Besucher genossen sogar freien Eintritt: "Wir haben die 'Krone'-BonusCard mit dabei. So konnten meine Frau und die beiden Kinder am Rundgang teilnehmen", meinte ein begeisterter Familienvater.
Ötzi-Dorf-Geschäftsführer Leonhard Falkner zog eine positive Bilanz: "Es ist unglaublich, mit welchen einfachen Mitteln Kinder spielen. Wir leisten einen Beitrag – nach dem Motto: Zurück zu den Wurzeln." Dieses Konzept ging am Sonntag voll auf – 1.500 "Ötzi"-Fans sagen Danke!
von Christian Biendl und Christof Birbaumer, Kronen Zeitung
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