Überraschungssieg

Ried fertigt Salzburg mit 3:0 ab

Fußball
25.04.2009 12:15
Der Kampf um den Meistertitel in der tipp3-Bundesliga wird vielleicht doch noch einmal spannend. Tabellenführer Red Bull Salzburg musste sich am Freitagabend zum Auftakt der 31. Runde im mit 7.600 Zuschauern ausverkauften Fill-Metallbau-Stadion der SV Ried mit 0:3 (0:2) geschlagen geben. Verfolger Rapid kann nun mit einem Sieg am Sonntag im Derby gegen die Austria auf sieben Punkte heranrücken.

Die Oberösterreicher blieben damit völlig verdient auch im 15. Heimspiel der Saison (11 Siege, 4 Remis) ungeschlagen, egalisierten damit ihren Heim-Bundesliga-Rekord aus dem Jahr 1997 (10 Siege, 5 Remis) und katapultierten sich mitten ins Rennen um die UEFA-Cup-Plätze. Auf Sturm Graz (4./am Samstag gegen den LASK) fehlen nur noch drei Punkte, auf die Austria (3.) sechs Zähler. Kapitän Herwig Drechsel mit einem herrlichen Weitschuss (11.) und Guarda Yeray-Ortega (45.) hatten die seit nun schon sieben Partien unbesiegten Rieder bereits vor der Pause auf die Siegerstraße gebracht. Nacho (88.) machte in der Schlussphase alles klar.

Sehenswerter Drechsel-Treffer machte den Auftakt
Die Oberösterreicher spielten mit dem Selbstvertrauen im Rücken munter nach vorne und waren auch brandgefährlich. Während Burgstaller (7.) und Salihi (9.) bei Kopfbällen ihr Visier noch nicht richtig eingestellt hatten, machte Drechsel (im Bild links) seine Sache umso besser. Der Mittelfeld-Routinier nahm sich aus rund 35 Metern ein Herz und traf mit seinem starken linken Fuß unhaltbar für Salzburg-Goalie Heinz Arzberger genau ins Kreuzeck. Es war wohl das schönste seiner bisherigen 83. Bundesliga-Tore (acht in der laufenden Saison). "Der hat genau gepasst. Das freut mich irrsinnig", sagte der 35-Jährige in der Pause." Drechsel hatte bereits in der Vorwoche mit einem Doppelpack maßgeblichen Anteil am 3:0-Erfolg im Derby auswärts gegen den LASK gehabt.

Die Rieder ließen aber weiter nicht locker, Drechsel schob den Ball nach einem herrlichen Lexa-Antritt stümperhaft am langen Eck vorbei (30.). Kurz vor dem Pausenpfiff durften die Rieder Fans dann noch einmal jubeln: Nach einer Kombination über Drechsel und Salihi musste Yeray-Ortega den Ball nur mehr über die Linie drücken (45.). Für den Spanier war es der Premierentreffer in Österreichs höchster Spielklasse.

Salzburg ideenlos
Die Salzburger hatten zwar etwas mehr Spielanteile, agierten aber ideenlos und operierten zumeist nur mit "Alibi"-Flanken. Vor allem der Kameruner Somen Tchoyi lieferte eine katastrophale Leistung ab, war nur ein Schatten seiner selbst. Chancen auf einen Treffer hatten die Gäste aber trotzdem. Bundesliga-Toptorschütze Marc Janko traf den Ball alleinstehend am Fünfer ungewöhnlicherweise nicht richtig (19.), sein Kopfball wurde von Ried-Tormann Thomas Gebauer mit einem Reflex zur Ecke pariert (42.). Zudem bändigte Gebauer auch einen Schuss von Aufhauser, der den verletzten Alexander Zickler als Bullen-Kapitän vertrat (13.), und ging ein Versuch des nach langer Zeit wieder einmal in der Startformation stehenden Janocko knapp über das Tor (21.).

Nach dem Seitenwechsel waren zuerst die Hausherren dem 3:0 näher, Salihi scheiterte aber an Arzberger (54.). Danach löste Co Adriaanse die Viererkette auf, brachte mit Ngwat-Mahop für Sekagya eine weitere Offensivkraft, und der Tabellenführer wurde sogleich gefährlicher. Ein Boussaidi-Schuss ging daneben (63.), und Janko ließ auch seine dritte Großchance aus, der Ball ging nach einer schönen Janocko-Vorarbeit an die Stange (66.). Damit verabsäumte es der 35-fache Saisontorschütze (52,5 Punkte/Faktor 1,5) auch im Kampf um den Goldenen Schuh wieder mit Barcelonas Stürmerstar Samuel Eto'o (27 Tore/54 Punkte/Faktor 2) gleichzuziehen. In der Schlussphase (88./10. Saisontor) machte der eingewechselte Nacho, der nach einem Kujabi-Schuss und einer kurzen Abwehr von Arzberger abstaubte, endgültig alles klar.

Ried jetzt gegen Kapfenberg
Es war der erste Heimsieg der Rieder gegen Salzburg seit dem 27. Oktober 2007 (2:0). Für die Bullen, für die es erst die dritte Niederlage aus den jüngsten 23 Runden (17 Siege, 3 Remis) war, ging die Serie von sechs Spielen ohne Niederlage zu Ende. Für die Adriaanse-Elf geht es am Sonntag in einer Woche mit dem Heimspiel gegen Austria Kärnten weiter, Ried muss bereits am Samstag nach Kapfenberg.

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