"Nigger"-Sager

Arnautovic bestreitet Rassismus-Vorwurf

Fußball
18.03.2009 09:13
Der mit Rassismus-Vorwürfen konfrontierte ÖFB-Legionär Marko Arnautovic hat am Dienstag seine Unschuld beteuert. "Beide Seiten haben einiges zueinander gesagt. Aber das Wort Nigger ist von mir nicht gesagt worden. Ich weiß nicht, warum er das sagt", meinte der österreichische Fußball-Teamstürmer in einem auf der Website seines Clubs Twente Enschede veröffentlichten Statement. Arnautovic wird vorgeworfen, im Meisterschaftsspiel am Samstag seinen Gegenspieler Ibrahim Kargbo von Willem II Tilburg als "Nigger" beschimpft zu haben.

Der 19-Jährige, der am Dienstag ein Gespräch mit der Club-Führung sowie Trainer Steve McClaren hatte, bemühte sich nun, diese Vorwürfe zu entkräften. "Es ist schade, was jetzt passiert, und dass jeder schlecht über mich denkt. Ich will nichts mit Rassismus zu tun haben", meinte der Wiener, gegen den der niederländische Fußball-Verband KNVB eine Untersuchung wegen des angeblichen Fehlverhaltens eingeleitet hat. Zu den Vorwürfen, er habe einen Gegenspieler bespuckt, meinte Arnautovic: "Ich habe gespuckt, aber nicht auf eine Person."

Twente steht hinter Arnautovic
Unterstützung erhielt das Stürmertalent von seinem Trainer. "Ich glaube Arnautovic", meinte Englands Ex-Teamchef McClaren, der von seinem Schützling aber auch besseres Benehmen auf dem Spielfeld ("Er sollte sein Verhalten auf dem Feld verbessern") einforderte. Auch Twente-Präsident Joop Munsterman zeigte sich zuversichtlich: "Wir sehen der Voruntersuchung des Verbandes beruhigt entgegen." Man stehe von Club-Seite aus hinter dem Österreicher. Gegenüber ÖFB-Teammanager Bernd Neuhold hatte der 19-jährige Stürmer in einem Telefonat bereits am Montag die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. Er sei kein Rassist, vielmehr habe seine Freundin eine dunkle Hautfarbe. Außerdem zähle Rubin Okotie im ÖFB-Team zu seinen besten Freunden.

Beschimpfung angeblich kurz vor Spielschluss
Arnautovic tätigte die rassistisch Aussage angeblich unmittelbar nach seinem Tor zum 2:0 in der 84. Minute. Der Willem-Spieler reagierte daraufhin erbost, es kam zu einem kleineren Handgemenge - ebenso wie nach dem Schlusspfiff, als Kargbo dem vierfachen ÖFB-Internationalen den Handschlag verweigerte und ihn wegstieß. "Er hat viele dumme Dinge zu mir gesagt, aber irgendwann kommt alles zurück. Im Moment bin ich ein bisschen enttäuscht", erklärte der Mittelfeldspieler aus Sierra Leone.

Tor und Assist gegen Willem-II-Tiburg
Als Schlichter trat immer wieder Blaise N'Kufo in Aktion. Der dunkelhäutige Schweizer Teamspieler hatte das 1:0 für Twente nach mustergültiger Vorlage von Arnautovic erzielt, der Treffer des ÖFB-Stürmers wurde wiederum vom Ivorer Cheick Tiote vorbereitet. "Ich verstehe nicht, warum er so etwas zu mir gesagt hat, schließlich hat er selbst viele dunkelhäutige Mitspieler", sagte Kargbo.

Elf Tore in 22 Liga-Einsätzen
Arnautovic ist im Moment wohl der erfolgreichste ÖFB-Legionär. In 22 Liga-Einsätzen scorte der als eines der größten österreichischen Talente geltende Stürmer elfmal und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolgslauf seines Vereins, der nach 27 Runden überraschend auf Rang zwei der niederländischen Ehrendivision liegt. Mit seinen beständigen Leistungen hat der 19-Jährige Clubs aus ganz Europa auf sich aufmerksam gemacht, so soll unter anderem auch der deutsche Bundesligist Schalke 04 großes Interesse haben.

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