Di, 21. August 2018

Remis im Schlager

22.09.2008 10:04

Bullen kassieren bei Sturm in 94. Minute Ausgleich

Titelfavorit Red Bull Salzburg hat am Sonntag im Schlagerspiel der 9. Runde der tipp3-Bundesliga auswärts gegen Sturm Graz einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben. Den Steirern gelang in der 94. Minute durch Beichler der umjubelte Ausgleich zum 2:2, die Mozartstädter bleiben damit in der Liga auswärts seit 30. März 2008 ohne vollen Erfolg. Die Gäste waren durch Ngwat-Mahop (25.) und Janko (68.) zweimal in Führung gegangen, doch Haas (28.) und Beichler glichen vor knapp 13.000 Fans, unter ihnen auch Teamchef Karel Brückner, jeweils aus. Den Bericht zu den beiden Abendspielen Austria Kärnten - Kapfenberg (6:0) und Austria Wien - Altach (1:0) findest du in der Infobox!

Die Millionen-Truppe von Trainer Co Adriaanse hat damit in der Tabelle weiter fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Rapid, der am Freitag gegen Ried nur 1:1 gespielt hatte. Zumindest blieben die Bullen gegen Sturm seit sieben Spielen bzw. seit 23. September 2006 unbesiegt.

Sturm aktiver, Bullen gelingt erstes Tor
Nach gleich drei Niederlagen in Folge - 0:1 gegen Suduva Marijampole. 0:1 gegen Austria Kärnten und 0:2 gegen FC Sevilla - hatte Co Adriaanse Sturm zum haushohen Favoriten dieser Partie erklärt. Dementsprechend zurückhaltend begann seine Truppe auch, mit Ausnahme des neuerlich quirligen Leitgeb spielten die Salzburger mehr in die Breite als in die Tiefe. Ganz anders präsentierte sich im heimischen Stadion Sturm, das wie gewohnt frisch nach vorne spielte und durch Hlinka (2., 15.) und Hölzl (7.) gefährlich wurde. Die größte Chance auf die Führung vergab Haas, in seinen Schuss aus kurzer Distanz warf sich im letzten Moment Sekagya (15.).

Die Salzburger stellten vor den Augen von ÖFB-Teamchef Karel Brückner und seinem Assistenten Jan Kocian in der 25. Minute den Spielverlauf auf den Kopf und gingen mit ihrer ersten Möglichkeit in Führung. Nach Traumpass von Leitgeb schoss Ngwat-Mahop aus halbrechter Position ins kurze Eck ein, Goalie Schicklgruber machte dabei keine gute Figur. Doch Sturm verdaute den Rückschlag problemlos und glich wenige Augenblicke später aus, Muratovic setzte sich auf der linken Seite gegen Ngwat-Mahop durch, den klugen Querpass verwertete Haas problemlos ins leere Tor (28.).

125. Bundesligatreffer für Haas
Für den 34-jährigen Haas war es der 125. Bundesliga-Treffer im Trikot der Schwarz-Weißen, damit avancierte das Urgestein zum Rekordtorschützen der Sturm-Clubgeschichte. Der Treffer hatte jedoch einen schalen Beigeschmack, denn Sekagya lag zum Zeitpunkt des Tores verletzt auf dem Boden.

Nach dem Wechsel legten die Salzburger eine ähnliche Leistungssteigerung wie am Donnerstag in Sevilla hin. Deutlich aggressiver und mit viel mehr Druck nach vorne rissen die Gäste das Spielgeschehen an sich. Doch einmal musste für die Salzburger Goalie Ochs retten, der Deutsche parierte gegen den allein auf ihn zulaufenden Haas (54.). Janocko (62.) und Jezek (65.) vergaben ihre Möglichkeiten, ehe ÖFB-Teamstürmer Janko erstmals in dieser Begegnung richtig in Erscheinung trat. Nach weitem Kovac-Pass setzte sich Janko gegen Feldhofer und Sonnleitner durch und schoss aus 15 Metern trocken ins linke Eck ein (68.). Für Janko, der mit acht Treffern die KLiga-Schützenliste anführt, war es der 28. Oberhaus-Treffer seiner Karriere, der bereits sechste gegen Sturm.

Die erste Ausgleichschance für Sturm vergab Feldhofer per Kopf (75.). Das dicke Ende für die Salzburger folgte wie beim 0:2 gegen den FC Sevilla in der Nachspielzeit. Nach schweren Abstimmungsproblemen in der Salzburger Defensive schoss Beichler vom Fünfer ins linke Eck ein (94.).

Gerüchte über Ultimatum für Adriaanse
Damit bleibt der Gegenwind in Salzburg wohl rau. Vor dem Sturm-Match waren in Salzburger Medien Gerüchte aufgetaucht, wonach es für Adriaanse bereits ein Ultimatum geben soll. "Das hat sich ein Journalist aus dem Daumen gesaugt, um Unruhe im Verein zu kreieren. Das hat kein Niveau. Es gibt kein Ultimatum", meinte Adriaanse, dessen Verhältnis zu den Medien bereits nach dem Sevilla-Match unterkühlt gewesen war. Ebenfalls nicht zur Besserung der Laune von Adriaanse hat natürlich der Zwischenfall um Tchoyi beigetragen, der Kameruner hatte in der Nacht auf Sonntag alkoholisiert einen Unfall verursacht und danach Fahrerflucht begangen.

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